Bürgerjournalismus

Ist ja gerade so ein „Buzzword“.

OK, die Readers Edition hat zugemacht (was mich auch nicht wundert – war halt einfach fad) und einige von denen, die damit angefangen haben, hören jetzt auch schon wieder auf. Gott sei Dank, denke ich mir, da es zwar Ausnahemen geben mag, aber das
a) jemand auch für die Arbeit angestellt sein sollte, die er macht und das
b) der Journalismus einfach ein zu komplexes und wichtiges Feld ist, um es Amateuren zu überlassen…

Wollte ich einfach mal so gesagt haben.Whattheduck

The Bears on the Shelf

A woman meets a man in a bar. They talk; they connect; they end up leaving together. They get back to his place, and as he shows her around his apartment, she notices that one wall of his bedroom is completely filled with soft, sweet, cuddly teddy bears.

There are three shelves in the bedroom with hundreds and hundreds of cute, cuddly teddy bears, carefully placed in rows covering the entire wall! It was obvious that he had taken quite some time to lovingly arrange them and she was immediately touched by the amount of thought he had put into organizing the display. There were small bears all along the bottom shelf, medium-sized bears covering the length of the middle shelf, and huge, enormous bears running all the way along the top shelf. She found it strange for an obviously masculine guy to have such a large a collection of Teddy Bears, but doesn’t mention this to him, and actually is quite impressed by his sensitive side.

They share a bottle of wine and continue talking and, after a while, she finds herself thinking, „Oh my God! Maybe, this guy could be the one! Maybe he could be the future father my children?“ She turns to him and kisses him lightly on the lips. He responds warmly.

They continue to kiss, the passion builds, and he romantically lifts her in his arms and carries her into his bedroom where they rip off each other’s clothes and make hot, steamy love.

She is so overwhelmed that she responds with more passion, more creativity, more heat than she has ever known, and even did a few things she had never done with any other man.

After an intense, explosive night of raw passion with this sensitive guy, they are lying there together in the afterglow. The woman rolls over, gently strokes his chest and asks coyly, „Well, how was it?“ The guy gently smiles at her, strokes her cheek, looks deeply into her eyes, and says… „Help yourself to any prize from the middle shelf“.

paula_4_2007_01_017

Wieder mal ein umkommentiertes Bild. Das wir jetzt dann öfter kommen, da in Bälde mehrerer Sessions anstehen, und da wird neues nach kommen 🙂 Hoffentlich.

Und dann schauen wir mal, ob ich es schaffe, Flickr in die Knie zu zwingen.
Wird natürlich nicht passieren, aber naja, träumen darf man noch, oder?

paula_4_2007_01_017

Eins der vorläufig letzten Bilder aus Dresden. Hat sich ja erledigt. Das gesamte Set ist HIER

Ungerechtigkeit

Die Ungerechtigkeit ist jenes Laster, das freiwillig ungerecht handeln und ungerecht austeilen macht. Das Ungerechte liegt aber in einem der Proportionalität zuwiderlaufenden Zuviel und Zuwenig des Nützlichen oder Schädlichen. Darum ist die Ungerechtigkeit gleichzeitig ein Zuviel und ein Zuwenig, weil sie nämlich auf das Zuviel und das Zuwenig gerichtet ist, so zwar, dass sie für sich selbst ein Plus des schlechthin Nützlichen und ein Minus des Schädlichen vorsieht, bei Anderen aber im Ganzen gleich ungerecht verfährt, nur dass es vom Zufall abhängt, wie auf beiden Seiten das richtige Verhältnis verletzt wird. Beim ungerechten Hergang liegt das Zuwenig im Unrechtleiden, das Zuviel im Unrechttun.

Ungerecht ist das, dass manche das so schreiben können und ich nicht.

Thomas Bernhard 13

Um vernünftig in den Narrenmonat zu kommen:

Ich hatte, im Unterschied von meinem Bruder, der immer an ihrer Autorität geglaubt hat, niemals an ihre Autorität geglaubt, mein ein Onkel Georg hatte mir die Lehrer schon sehr früh als das bezeichnet, was sie in Wahrheit tatsächlich sind, verkrampfte Duckmäuser, die an ihren Schülern nur ihre perversen Launen auslassen, die sie zuhause bei ihren Ehefrauen nicht auslassen können, die Lehrer sind von allen sogenannten Gebildeten die gefährlichsten und die niederträchtigsten, hat mir mein Onkel Georg schon früh eingeimpft, sie stehen, was ihre Gemeinheit betrifft, auf gleicher Stufe mit den Richtern, die alle auf einer sehr niedrigen Stufe der Gesellschaft stehen. Die Lehrer und die Richter sind die gemeinsten Knechte des Staates, sagte mein Onkel Georg, merke dir das, Er hat recht gehabt, ich habe diese Erfahrung nicht hunderte, sondern tausende Male gemacht, keinem Lehrer ist, wie keinem Richter, über den Weg zu trauen, sie vernichten bedenken - und hemmungslos, aus widerlicher Launenhaftigkeit und lauter Rachegelüsten über ihr unglückseliges verpfuschtes Leben, tagtäglich viele der ihnen ausgelieferten Existenzen und werden dafür auch noch bezahlt. Die Objektivität der Lehrer ist, wie die Objektivität der Richter. eine gemeine und heuchlerische Lüge, sagte mein Onkel Georg, er hatte Recht. Wenn wir uns mit einem Lehrer unterhalten, kommen wir bald darauf, daß er ein aus Unzufriedenheit mit sich selbst, menschenzerstörender, ja letzen Endes weltzerstörender Charakter ist, genauso, wenn wir uns mit einem Richter unterhalten.

Aus: Thomas Bernhard: Auslöschung. Ein Zerfall.

Gerechtigkeit



“Recht ist die Wirklichkeit, die den Sinn hat, der Gerechtigkeit zu dienen”

- Gustav Radbruch

Dieses Zitat habe ich gerade in Bittner’s „Beruf Terrorist“ gefunden, und irgendwas hat im Hirn „Klick“ gemascht. Nicht weil ich im Seminar „Theorie der Gerechtigkeit bei Prof. Kessler letztes Semester nicht aufgepasst hätte, sondern weil es mal wieder den Drang ausgelöst hat, im Rauschen des Chaos wenigstens mal wieder die Stimme zu erheben.

Und somit stelle ich mich nun mit meiner Seifenkiste vor den Kirchturm, auf den Marktplatz, in die Fußgängerzone und Predige meine Sicht der Dinge – auch wenn ich als im Jahre 80 Geborener sehr gut weiß, das es nichts bringt. Warum? Weil ich mir einem Kanzler aufgewachsen bin (Birne) der Allen vorgemacht hat, das sich Verbrechen lohnt. Das es keine Gerechtigkeit gibt, sondern nur geschickt verkaufe Machtansprüche.

Was ich immer geglaubt habe – und immer noch glaube – der Kanon aus Werten, die sich, in meinem Fall, direkt aus dem Erwachsen werden der 68er ableite. Diese Mischung aus Selbstbestimmung, Freiheit, Verantwortung für andere, einen Staat – den man zwar piesacken muss und der viele Schwächen hat, aber im Grunde sinnvoll und gut ist – und seine Rechtsstaatlichkeit.

Und daraus erwache chi langsam. Nicht nur durch mein Studium (auch wenn Prof. Seeger versucht, die Flamme des Idealismus zu entzünden) , sondern durch die Welt um mich herum, und die Nadelstiche, die sie mir verabreicht. Und mich überlegen lässt, ob man nicht doch erst im Jahre 1984 ist.

Wie stark die Parallelen sind, will ich nun am Beispiel der letzen Woche zeigen. Eine Diskussion mit der Gosch, ein Blogeintrag, eine Schilderung des Englandurlaubs vom lügenden Bayern – mehr braucht es eigentlich nicht, um diese Kritik zu führen.

Der Blogeintrag ist der von Jochen Bittner – und der Wahnsinn, das es seit Jahren so war, und weiter sein wird, das eine Regierung einen Krieg seit Jahren führt, der auf einer Lüge basiert, das das entstehen der Lüge nur auf den Hinteren Bänken hinter vorgehaltener Hand erzählt wird – und das unsere Politiker, von denen ich (früher) geglaubt habe, das wenigstens sie ein Leitbild sein könnten, die das akzeptieren, ohne Kritik, ohne Aufschrei. Das wir in einer Zeit leben, in der es ein Lichtblick ist, wenn eine sinnlose Anklage gegen die CIA-Verbrecher erlassen wird.

Und nicht einmal das – niemand berichtet darüber. Das die Medien ihre Ecken und Kanten, ihre Stimme und ihre Macht hinter Leserzahlen und Zuschauer-prostitution, hinter Boulvardeskem Tittenwackeln prekariatsgerechter Statussymbole versteckt – das ist, in seiner Gesamtheit, ein Brocken, an dem ich schwer zu schlucken habe. Da in vollem Wissen gelogen wird, und jeder die Lüge kennt, und niemand sagt: So nicht.

Und wir reden hier nicht von „Osterhase und Weihnachtsmann“ , sondern von „Foltern ist OK, solange wir es anders nennen“ und „Wir sind zu faul, Fehler zu beheben, von denen wir wissen, das sie passieren“ – sprich, das Paket der Gesundheitsreform, an dem sich keiner die Finger schmutzig machen will. Vermutlich weil es keiner versteht.

Und hier komme ich zu einem anderen Punkt: den Gesundheitsnazis. da hatte ich mich HIER ja schon mal geäußert.
Aber das es in einer zeit, die mit der Akzeptanz der Widerbewaffnungsdebatte, mit der Diskussion in Talkrunden, mit Elephantenrunden und „The Revolution will be televised“ eine Diskussion gibt, wo nur eine Seite gehört wird, und die andere mit dem Stigma der Wertlosigkeit und Unmündigkeit versehen wird -das macht mich doch sehr nachdenklich.

Was auch kein angenehmer Gedanke war, ist der Vorgang der Entstehung dieses Eintrags.
Ich habe Überlegt, ob ich das so schreiben kann, einen Undifferenzierten Rundumschlag in Richtungen, die mir nicht behagen.

Und dann ist mir aufgefallen, das ich mich nur zu den Grundwerten unserer Gesellschaft bekenne. Und mir das Überlegen muss. Was ist das für eine Perspektive?

Ud das Zitat vom Anfang habe ich übrigens Hier gefunden, und wie so oft der Aufruf: lest mehr Bittner!



paula_4_2007_01_004

Eins der vorläufig letzten Bilder aus Dresden. Hat sich ja erledigt. Das gesamte Set ist HIER