Krankenhaustagebuch

Ich werde hier noch wahnsinnig. Es liegt nicht
an dem Gestank oder der Untätigkeit, es liegt an den Leuten.
Wenn man sich auf dm Gang eine wäßrigen entcoffeiniteren Kaffee
hohlt und ein Jaulen wie die Komparsen aus einem drittklassigen Horrorfilm hat, ist das Grausam.

Wie kann man als 26jähriger in einem Zimmer mit einer Sprachunfähigen Mumie
mit der man nicht reden kann, exisitieren oder gar gesund werden?
Die Mumie, die die Ganze Nacht zappelt und mich dann anstarrt?
Die mich mit ihrem Gerotze und Gehuste von allem anderen abhält?

Es ist faszinierend, wie schnell man im Krankenhaus liegt.

Das Internet fehlt mir.
Ein paar drittklassige Zeitungen sind einfach kein Ersatz.
Und das die Zeitungen alt sind, macht es besonders prickelnd.
Und nein, ich will das Bad nicht mit dieser Person teilen – es ist eklig.

Die Assitenzärztin ist niedlich.
Ich kann mir präzise ausmalen, wie ihr Leben bisher aussah – und was ich tun müßte, um ihr wenigstens einen Teil der Verkrampfung im Umgang mit mir zu nehemn. Aber: Um mein bisschen Charme soweit spielen zu lassen,
um ein persönliches Gespräch zu schaffen, habe ich erstmal 3 Hindernisse zu überwinden.
1) Der Zimmernachbar, der sie die Ganze Zeit angafft wie Hannibal Lector
2) mein Herpes, der mich ausschauen läßt als hätte ich gerade 3 Runden mit Cassius Clay im Ring überstanden und das Sprechen sehr schmerzhaft macht
3) Die dumme Tatsache, das ich seit zwei Tagen nicht duschen durfte und mir dementsprechend stinkend vorkomme.