A Bear's Beyond

Ich habe mich gestern mal hingesetzt und mir mein Begräbnis vorgestellt. Jetzt nicht wegen dem, was ich hier blogge, sondern eben wegen Bruno. Bruno ist ja tot (immer noch) Naja, und da ich heute nacht vom Heiraten geträumt habe (Alptraum! Die Braut war Josef Stalin – muß ich mir da sorgen machen?) gehört es ja anscheinend dazu, sich dazu was zu überlegen.

OK, also habe ich mir nun schon mal überlegt, wie meine Beerdigung auszusehen hätte – was irgendwie gruselig ist, da man sich vorstellt, man wäre tot. Da ich eine recht lebhafte Phantasie habe – Wuuuh! Nach ein paar Minuten war ich dann soweit, das ich in meiner Vorstellung in einer Volkshochschulklasse spucke. Wo wir’s gerade davon haben:

Es ist schon eine Weile her, das ich mit jemande gesprochen habe. Oder das Jemand auf eine von mir gestellte Frage geantwortet hat….

Wie auch immer, erstmal habe ich mich gefragt, ob ich denn Beerdigt, Verbrannt oder Ausgestopft werden soll. Ausstopfen wäre toll, damit könnte man im Vorgarten Kinder erschrecken, und, je nachdem bei was ich gestorben bin, könnte man an mir einen Mantel aufzuhängen. Nach einer kleinen Recherche stelle ich mit bedauern fes, das das mit dem Aussopfen nicht erlaubt ist, und das die Möglichkeiten auf verbrennen oder beerdigen beschränkt sind.

Also läuft es darauf hinaus, möchte ich lebend ig begraben werden, oder lebendig verbrannt?
OK, die Ärzte sagen, das sie das gut überprüfen, aber wer weiß?
Wäre es schlimmer, in einer Schachtel begraben zu sein, oder auf einem Laufband ohne Bremse, das direkt in einen Ofen führt? Verbrennen geht vermutlich schneller, deswegen: Ab in die Rösterei.

Aber was wird dann aus meiner Asche? Die Erste Idee wäre, das alle Teilnehmer meiner Beerdigung sich ein bisschen von der Asche ans Kinn schmieren müssen. Das würde für einige Gute Sprüche auf der Beerdigung sorgen, wenn die Leute darüber spekulieren, welches meiner Körperteile sie am Kinn habeb. „Hey, M. , ich vermute, du hast seinen Hintern am Kinn – wieder mal! Bruhahahaaaa!“

Was auch nicht leicht zu entscheiden ist, ist „der Verbleib meiner weltlichen Güter“.
Oder, wie ich das ausdrücken würde, wer den größten Vorteil davon hat, mich umzubringen. Die Leute in meiner Famile, die gerne Krimis lesen, gehen sofort ans Ende der LIste. Pazifisten, Vegetarier und Leute, die zu schwach sind mich zu erschlagen haben dagegen eindeutige Pluspunkte.

Ein anderes Problem ist, das ich mir nicht vorstellen kann, das jemand von den Leuten , die ich in mein Testament eingetragen habe noch lebt, wenn ich in 300 Jahren sterbe.

Ich rauche wie ein Schlot, ernähre mich ungesund und treibe zuwenig Sport – ich bin nur eine oder schlimmstenfalls zwei Medizinische Entdeckungen von der Unsterblichkeit entfernt. Die Chancen sind gut, das ich alles meiner Katze hinterlasse, „Miezi Nummer24“ und dem Hausmeister im Altersheim. Was die ganze Überlegung wie eine Zeitverschwendung erscheinen läßt, aber ein Mann muß nunmal tun, was ein Mann tun muß. Was aber Spaß macht, sind die Vorbereitungen der „Speziellen Aktivitäten“ meiner Beerdigung. Ich verlange von allen Anwesenden, mindestens einen schmutzigen Witz vor der Menge zu erzählen.

Hat einer von euch noch Ideen?

Because the Night

Patti Smith und Bruce Springsteen – das war ein Songwriterduo. Der Boss und die Vogelscheuche (Und das ist nur beschreibend, nicht wertend – Ich liebe Patti Smith). Und ihr bester Song? Because the night! Und den höre ich gerade.

Nicht ganz freiwillig. Genaugenommen geht es mir gerade tierisch auf den Senkel, das ich um diese Uhrzeit wach bin, hatte ich doch heute immerhin eine Prüfung (Social Software / Web 2.0) und ’nen langen, nervigen Arbeitstag. OK, die Prüfung lief ganz gut, da ich ihm etwas übers Bloggen und über den Semesterblog sagen konnte (auch wenn mir ums verrecken die Textgattung „Kritik“ – oder „Kritikitik“, wie’s die Schubidu schreiben würde – nicht eingefallen ist) und Arbeit ist halt nun mal Arbeit, aber der Brüller kam im wahrsten Sinne des Wortes heute nacht um 2. 27 Uhr.

Und das war kein Brüller von der Art, in dem man in einem größtenteils FSK12 – Blog nicht unbedingt nicht berichten könnte. (Hey, doppelte Negation und ein Konjunktiv! Fachblatt für Fremdwortverwechsler lesen hilft!) Die Schwüle der Sommernacht liegt in gänzlich unerotischer Weise über Darmstadt wie eine benutze Windel über einem Betrunkenen, und das angesagte Gewitter läßt sich Zeit, erstmal den Luftdruck hochzuschieben, mit dem genüßlich-trägen Sadismus eines Zollbeamten bei der Kontrolle.

Die ersten Tropfen fallen , zischt es noch ein bisschen auf dem Boden. Ein Blitz zerreißt die Nacht, das Gewitter geht los. Doch in der Spanne zwischen Blitz und Donner zerreißt noch etwas ganz anderes die Nacht: Ein Schrei wie ein Schwein beim Schächten, direkt vor meinem Fenster. Von dem Möglichkeiten, geweckt zu werden ist das eher auf der unangenhemen Seite.

Ich stehe Senkrecht im Bett, schon halb gefasst auf eine Pferdekopf auf meinem Kissen und / oder einer abgesägten Hühnerkralle auf meiner Kamera, als das Licht im Nachbarhaus angeht.

Die ersten Drei Gedanken waren, in dieser Reihenfolge: Da wird jemand abgestochen. – Bela, ruf die Poliziei. – Bela, wenn du wieder deinen eigenen Namen sagst , wenn du mit dir selbst sprichst, brauchst du erst ’nen Kaffee und vielleicht ’ne andere Art der Hilfe, als die Poliziei üblicherweise anbietet, aber das sollte ja nichts machen, erst den Kaffee, dann alles weitere und verbrenn dir nicht wieder die Finger an der Herdplatte, und zieh dir um Himmels willen was an, wenn die Espressomaschine wieder nicht richtig zugeschraubt ist und der Wasserdampf falsch rausgeschossen kommt, gibt es noch einen Schrei, und zwar eine Oktave höher, als man eigentlich vermuten sollte, als mach dir endlich den Kaffee und dann schaust du was paassiert ist, aber der Schrei wird nicht vergessen, nur vertagt, also pass auf!

Lange Rede, kurzer Sinn, meine Nachbarn haben Besuch, der Besuch hat ein Kind, das Kind des Besuchs hat das Zimmer, dessen Fenster meinem gegenüberliegt und zudem Angst vor Gewittern.

Und jetzt sitze ich zu nachschlafener Zeit hier, trinke eine Espresso (einen guten! Nicht gesponsorte Empfehlung!) und kucke den Blitzen vor dem Fenster zu. OK, Keith Jarrett ist mit seinem Konzert in der Scala auch dabei, aber er sagt recht wenig. Und während das Adrenalin im Blut durch Koffein ersetzt wird, fällt mir auf, daß ich
a) seltsame Gewohnheiten habe, jeder andere würde weiterschlafen
b) das Singledasein seine Reize hat, aber ich
c) wieder was dagegen unternehemen muß und
d) ich nur zwei Beschreibungen für „Blitz“ kenne, die plastisch sind und ohne das eigentliche Wort Blitz auskommen.

– Gott schießt ein Photo

– Zeus bestraft Dönerstände (Hat mir Alex, eine Griechin, gesagt. Ich vermute mal, das hat ’nen Politischen Hintergrund…)

In diesem Sinne: Guten Morgen!

Blog am Rande des Abgrunds

9 Gründe, nicht zu bloggen.

Naja, da kann man sagen, das es eh egal ist – wenns keiner liest. Aber ich denke mir, wenn ihch so diese Liste anschsaue, dann habe ich weder einmaligen Content, viel Ahnung von der Sache, eine klare Linie, kann nicht gut mit Kritik umgehen, habe kein Einzigartiges Layout, und überhaupt: Der Bär wurde erschossen, das sollte mir eine Warnung sein!!!

Naja, mal schauen, ob die Existenzkrise dieses Blogs überwindbar ist.

Schöne neue Welt

Was mir auffiel: Mittlerweile kann man den ganzen Körper verbessern.
Man kann in eine Stripbar gehen, auf ein paar Brüste zeigen, und sagen: Diese Brüste will ich an meiner Frau. Und der Chirurg geht ans Werk.
Man kann Zähne neu einsetzten, ersetzen, und eigentlich so ziehmlich alles damit machen, und damit auch im Alter noch kraftvoll in die Neuen Silikonhupen der Gattin zu beissen.
Es gibt gehörimplantate, die (in manchen Fällen) das Hörvermögen wieder auf den Stand eines Kleinkindes verbessern. Ist nur so’n Daumennagelgroßes Kästchen, das in den Gehörgang eingesetzt wird. Man kann sich Körpermasse vom einen Ende ins andere Ende Spritzen oder implantieren lassen.

Und somit kann sich Mann zum ersten Mal in der Geschichte rein nach ihrer Intelligenz und Persöhnlichkeit die Frau aussuchen. Denn etwas fehlt noch: Die Pille gegen Dummheit.

makro 02

Die "Tagesschau" soll verständlicher werden

(02. Juli 2006) Der neue ARD-Chefredakteur Thomas Baumann hat Veränderungen bei den Nachrichtensendungen „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ angekündigt Am 1. Juli übernahm Thomas Baumann das Amt des ARD-Chefredakteurs von seinem Vorgänger Hartmann von der Tann. Gleich zu Beginn kündigt er Veränderungen bei den Nachrichten-Flaggschiffen des Deutschen Fernsehens an. Das Ziel: „Tagesthemen“ und „Tagesschau“ sollen für den normalen Zuschauer verständlicher werden. Baumann kündigte am Freitag an, „mehr Leitplanken und Orientierungsmarken bieten“ zu wollen. So soll es mehr „Erklärstücke“ in den „Tagesthemen“ und verstärkt längere Beiträge in der „Tagesschau“ geben. „Einige Zuschauer haben bei aller Professionalität unserer Nachrichtenmacher manchmal Schwierigkeiten zu folgen“, so Baumann. Glaubt man Umfragen, liegt er damit goldrichtig. So brachte beispielsweise bereits vor drei Jahren eine Erhebung des Gewis-Instituts ans Licht, dass nur noch 12 Prozent der Deutschen die Tagesschau in vollem Umfang verstehen, während 88 Prozent mit einzelnen Worten oder ganzen Meldungen ihre Probleme haben. Kritikpunkte damals: Schachtelsätze der Nachrichtenagenturen würden nicht mehr in ordentliches Deutsch übersetzt und viele Begriffe schlicht nicht mehr erklärt.

Diese Meldung von http://www.dwdl.de/ – eine Medienmagazin – gefunden. Und somit zum Aufwachen gleich bekommen, was ich insbesonders nach dem Aufwachen besonders gern habe: Recht. Die Deutschen werden immer dümmer, und ich meine nicht
„Huch-ist-mir-entfallen-wie-die-Hauptstadt-von-Namibia-heißt“-dumm,
sondern amerikanisch,
katze-in-die-mikrowelle,
„Ich-wollte-doch-nur-am-Defibrilator-lecken“,
„Ja-mein-Führer“ – dumm.

Die Tagesschau ist ja keine Vorlesung über Quantenphysik für Eingeweihte, sondern eine ganz normale Nachrichtensendung. Und wer da schon Probleme hat – Ufff. Würde vorschlagen, das, wer bei der Tagesschau Probleme hat, sich einfach nicht mehr fortpflanzen darf. ZUmindest solange nicht (und nein, „Testläufe“ sind dann auch untersagt!) bis sich genügend Frust angestaut hat, damit die Leute mal nen Duden, eine Lexikon oder sonstewas Bildendes ausser der Bild Lesen/Hören/Sehen…..
Und das lustige daran? Man braucht sich eigentlich garnicht drüber zu beschweren, denn die Beschwerde fällt genauso auf taube Ohren wie die Slideshow im Blindenklub. Aber man darf nicht aufgeben. Wer Ligeti und Gernhardt nicht kennt, aber die Bereitschaft erkennen läßt, sich damit zu beschäftigen ist auf dem Richtigen Weg, und wer das nicht tut, dem sollte man dieses Nahelegen. Auch wenns nichts bringt. Es geht ums tun und nicht ums siegen.

Die Hauptstadt von Namibia heißt übrigens Windhuk.

Robert Gernhardt ist tot.

Robert Gernhardt ist tot.

„Wir können Goethes, Schillers, Klopstocks Hinscheiden durchaus verschmerzen, solange nur Robert Gernhardt uns nicht genommen wird.“ schrieb Hubert Spiegel von der FAZ und so ungern ich es sage, er hat Recht.

Paulus schrieb an die Apatschen:
Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen.
Paulus schrieb an die Komantschen:
Erst kommt die Taufe, dann das Plantschen.
Paulus schrieb den Irokesen:
Euch schreib ich nichts, lernt erst mal lesen.

Robert Gernhardt ist tot.

Er starb mit 68 Jahren nach langer Krankheit am Freitagmorgen in Frankfurt am Main. Gernhardt war einer der wichtigsten Lyriker der deutschen Nachkriegszeit, der jenseits aller Richtungen als Drehbuchautor, Zeichner, Cartoonist, Satiriker, Schriftsteller und Lyriker erfolgreich und geschätzt war.

Robert Gernhardt ist tot.

Ich vermisse ihn schon, und nachdem vor kurzem Györgi Ligeti in die Ewigen Jagdgründe übersiedelt ist (worüber ich nicht geschrieben habe, weil man das Wissen um Ligeti heute leider nicht mehr voraussetzen kann, wie ich geschockt festgestellt habe..) Mit Gernhardt wird es ähnlich sein, und die Spirale der Verdummung schreitet voran.

Robert Gernhardt ist tot.

Und das letzte Wort :

Lieber Gott, nimm es hin,
daß ich was Besondres bin.
Und gib ruhig einmal zu,
daß ich klüger bin als du.
Preise künftig meinen Namen,
denn sonst setzt es etwas.