Die Presse und das Pressen

Ich stelle gerade fest, das viele meiner Kommilitonen Luschen sind. Es wird bei fast allem im Sinne der Person geurteilt , und nicht im Sinne der Presse. Das finde ich schon mal komisch, das in der Zeit, die eigentlich Sturm und drang sein sollte, nur mau und mäh praktiziert wird – die junge Presse fürchtet sich vor theoretischen und abstrakten Repressalien.

Ich vermute, ein „J’accuse…“ wird hier nicht kommen.

Papperlapapp, die gehen eh alle in die PR!

6 Antworten auf “Die Presse und das Pressen”

  1. Nun, wenn ich bei einem Fallbeispiel sage: „Der Journalist ist im Unrecht, der (heute photographierte, aber das ist eigentlich egal) hat ein wichtigeres, höheres Recht auf seine Privatsphäre, mag das in Fällen von Bildzeitungs-Journalismus gerechtfertigt sein. Aber das sind ja nicht nur solche Fälle.
    Ein anderes Beispiel, und zwar das von Heute: Ein Polizist ist als Zeuge vor Gericht, und marschiert dort in Uniform auf. Ein Pressephotograph macht auf den Stufen des Gerichts ein Bild von ihm , und der Polizist beschlagnahmt es.

    Alle (OK, fast alle 😉 ) waren der Meinung, das man eben eine Zeugen schützen müsse, das man Polizisten nicht abbilden darf, blah blah blah.

    Ich denke mir:
    Ein Polizist ist ein Staatsorgan – und hat größere Macht als ein Bürger. Diese Legitimation ist ein Auftrag des Bürgers an den Staat, und der Bürger, vertreten durch die Presse, muss das Kontrollieren – somit ist ein Polizist in Uniform ein rechtfertigungspflichtiger Staatsdiener. Wenn er sich dagegen wert, hat er offensichtlich etwas zu verbergen (siehe Themenbereich: Vorratsdatenspeicherung, Ãœberwachung, Ottokataloge – wenn jemand nichts zu verbergen hat, stört es ihn ja nicht, wenn man ihn überwacht).

    Auf die Vorlesung heute bezogen: Wenn ein Raum junger, idealistischer und unbelasteter Journalisten schon in einer Vorlesung bei Prof Kläver (und weiter von einer Dogmatikerin als sie kann man nicht entfernt sein) dauernd den Kopf einzieht und duckt vor den „Mächtigen“, wie wird sich dann dieser Student verhalten, wenn er bei einem wichtigen Thema von einem Sekretär oder Minister angesprochen wird?

    Wird dann nicht ein Beweis in einer Schublade verschwinden, weil der Journalist nie auch nur das geringste bisschen Courage entwickelt hat? Ist die Angst ums Eigenheim größer als der Mut zur Pressefreiheit? Ist der Journalist der Zukunft nur noch ein PR-Mitteilungen abtippender Scherge von Lobbyisten und Machthabern?

    Und ich habe ernsthafte bedenken, das aus unserer Mitte ein neuer Emile Zola ein „J’accuse…“ in die deutsche Presselandschaft brüllen wird.

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