Man muss nicht alles Bloggen.

Gerade mal wieder ein bisschen durch die Blogsphere gestolpert – und manche Sachen fallen auf. Was mir auf den Senkel geht, geht vielleicht auch euch auf den Senkel, und wer dann bloggt, möge sich vielleicht folgendes Ãœberlegen:

Du hast zu viel zu tun!
Na und? Entweder du bringst was, oder du bringst nichts. Beides ist OK, aber tu nicht so, als würdest du was bringen, ohne was zu bringen. Content oder kein Content. Hip oder Hop. Alles andere nervt. Nimm dir ne Pause und melde dich wieder, wenn was kommt. Und wenn nix mehr kommt, auch OK – Bloggen ist freiwillig.

Deine Katze interessiert niemanden.
Dein Goldfisch auch nicht. Dein Goldfisch interessiert deine Katze – beide haben aber nichts im publizistischen Pool verloren. Wenn Katze und Goldfisch im Hai-pool sind, dann wird’s interessant. Aber abgesehen davon: Verschone uns!

Mein Tag!
Es gibt Blogs, die Sind rein therapeutisch. Und sollten nicht gelesen werden, wenn man seine Fahrtüchtigkeit behalten will. Und wann du nun aufgestanden bist, was du zum frühstück gegessen hast, wie viel von deinem Morgensch*** vom Vorabend noch erkennbar ist, ist nun wirklich uninteressant. Natürlich sind das für dich wichtige Themen – aber wir machen das selber, wir stehen auf, wir frühstücken, und solange du nicht das beste Müsli-Rezept aller Zeiten hast, wird sich da nie was überschneiden. Und nein, auch beim Blog von Jenna Jameson nicht.
Wenn sich das auch manche wünschen würden (Zwinker, Zwinker, Hr. M!)

Ich hasse meine Schwiegereltern.
Nun gut, wenn Opa mit Oma’s Glasauge Golf spielt und dabei den Enkel abschießt – das ist lustig. Aber es ist generell eine schlechte Idee, schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit zu waschen. Die Geschwätzigkeit, und die Tatsache, das vielleicht jemand deinen Blog liest (außer du bloggst komplett und sehr differenziert anonym wie z.B. SIE) kann dich schnell in Teufels Küche bringen. Stell dir immer folgende Frage: Wenn’s auf der Titelseite meiner Regionalzeitung auftauchen würde, wäre das OK? Würden mir die Acquaintances (*) den Hals umdrehen, oder wäre dann die Einladung zum 5-Jahres-Schüler-treffen sofort im Mülleimer?

Keiner Kommentiert!
Du arme Sau! Wenn du darüber bloggst, das keiner Kommentiert, liegt das a) an deinen Beiträgen. Manche Sachen können nicht kommentiert werden, oder schreibst du, wenn du dir irgendwo ein Video angeschaut hast, immer „Cool“ drunter? Darüber zu schreiben, das keiner kommentiert ist einfach nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit – und ein Betteln darum. Wenn was kommen soll, dann schreib, das was kommt. (HIER ein paar Tipps)

Zusammengefasst: Bloggen ist was tolles, aber man sollte immer im Auge behalten, dass wir alle nicht zuviel Zeit haben. Also muss sich der Blogger überlegen, was interessiert, wie er seine Ziele mit unseren Wünschen in Einklang bringen kann. Und wie viel er von seiner Privatsphäre veröffentlicht. Schmutzige Wäsche ist selten im Blog sinnvoll untergebracht.
Ãœberleg dir genau, was du für wen schreibst – die Vernunft deiner Leser hängt davon ab!

* Acquaintance, n.: A person whom we know well enough to borrow from, but not well enough to lend to.