Es war einmal….

.. ein Autoradio.

Dieser Tag neigt sich einem dramatischen Ende zu. Zuerst:

DIE MÃœNZEN

Ich bin ja unzufriedener Kunde der Postbank. Nur mal vorneweg.
Münzen und Kleingeld pflege ich immer zu sammeln und dann zur Bank zu bringen. Das hat den Vorteil, das man keine Angst haben muss, vor lauter Geldbeutel plötzlich mit der Hose auf Halbmast in der Öffentlichkeit die Familienjuwelen zu präsentieren. OK, das wäre nicht so schlimm, aber ,man will sich ja keine Erkältung einfangen. Also, das kommt alles in eine Röhre, und die war dann heute gut voll. IN Vorbereitung auf den bevorstehenden Umzug denke ich mir, vorausschauend wie ich bin, das die Münzen ja nicht umziehen müssen. Also rufe ich bei der Hotline der Postbank an (6 cent pro Anruf), welche Filiale in Darmstadt denn eine Münz-Zähl-Automaten hat.
Der nette Herr am anderen Ende der Leitung meinte, das Finanzcenter am Luisenplatz hätte so eine Automaten. Also schleppe ich den Beute mit Münzen in der schwülen Darmstädter Spätsommerluft in die Stadtmitte. Auf meine Wunsch, das einzuzahlen drückt man mir eine Portion Papier in die Hand, ich solle das gefälligst selbst sortieren. Genau, meine Bank will mein Geld nicht, und der Service, für den Man bezahlt, den soll man gefälligst selbst vollführen. Weil die Herrn und Damen Beamten sich für Sowas zu schade sind und ein Münzautomat ja nicht zur Verfügung steht.
Postbank ist, entschuldigt die harte Formulierung, der letzte Scheiß.
Aber nicht genug, Sisiphus rollt die Kugel den Berg noch weiter hinauf.

DIE PLANUNG

Man ist ja ein kreativer Kerl. Sagt man sich zumindest, und Dritte bestätigen das, zum Beispiel mit Formulierungen wie „Wie kommst du auf so nene Scheiß?“, was ja ein direkter Bezug auf mein phänomenales Assoziationsvermögen ist. Und ich hatte mir überlegt, eine Abend früher nach Essen zu fahren und dort dann meinen besten Freund zu besuchen. Also Samstag hoch, dann könnte man den Sonntag vertrödeln (Museen, Sightseeing, Kaffee trinken, was auch immer) und dann Montag das Zimmer im Studentenwohnheim beziehen. Soweit, so schlau.
Nur dummerweise vergessen, das seine Mutter am Sonntag Geburtstag hat, und er deswegen im Allgäu ist. Großes Hmpf!!!! Die Plaung winkt mir grinsend zu und verabschiedet sich in die Kloschüssel. Und weil aller schlechten Dinge Drei sind,

DAS AUTORADIO

Mein Wenigkeit setzt sich ins Auto. Die üblichen drei Kontrollgriffe – Sicherheitsgurt, Aschenbecher und Hosenstall – bringen die gewünschten Ergebnisse. Motor wird angelassen, aber ich bin schon leicht irritiert. Warum kann ich nicht sagen.
Also: Motor an, Handbremse raus, Irritation steigt. Irgendwas ist anders als sonst.
Dann der Griff zum Autoradio, um dem Lärm des Autoradios die Klänge von Joe Jackson’s wunderbarer CD „Laughter and Lust“ entgegen zu stemmen. Ein Griff ins leere.
Weil?

Mein Autoradio geklaut wurde!

Irgendjemand ist in mein gammliges Auto eingestiegen, vermutlich über den Kofferraum (den man nicht mehr abschließen kann), hat das Autoradio ausgebaut, die halb volle Lucky-Strike-Schachtel und das Autoradio und die im Autoradio befindliche CD (Das erwähnte Joe-Jackson-Album) genommen und ist entschwunden. Wo gibt’s denn sowas!
Die Parkautomaten-Münzen sind aber noch drinnen. Seltsame Diebe, in dieser Gegend, die von einem Kommilitonen (Gruß nach Berlin) als das Villenviertel Darmstadts beschrieben wurde.