paula_4_2007_01_017

Wieder mal ein umkommentiertes Bild. Das wir jetzt dann öfter kommen, da in Bälde mehrerer Sessions anstehen, und da wird neues nach kommen 🙂 Hoffentlich.

Und dann schauen wir mal, ob ich es schaffe, Flickr in die Knie zu zwingen.
Wird natürlich nicht passieren, aber naja, träumen darf man noch, oder?

paula_4_2007_01_017

Eins der vorläufig letzten Bilder aus Dresden. Hat sich ja erledigt. Das gesamte Set ist HIER

Ungerechtigkeit

Die Ungerechtigkeit ist jenes Laster, das freiwillig ungerecht handeln und ungerecht austeilen macht. Das Ungerechte liegt aber in einem der Proportionalität zuwiderlaufenden Zuviel und Zuwenig des Nützlichen oder Schädlichen. Darum ist die Ungerechtigkeit gleichzeitig ein Zuviel und ein Zuwenig, weil sie nämlich auf das Zuviel und das Zuwenig gerichtet ist, so zwar, dass sie für sich selbst ein Plus des schlechthin Nützlichen und ein Minus des Schädlichen vorsieht, bei Anderen aber im Ganzen gleich ungerecht verfährt, nur dass es vom Zufall abhängt, wie auf beiden Seiten das richtige Verhältnis verletzt wird. Beim ungerechten Hergang liegt das Zuwenig im Unrechtleiden, das Zuviel im Unrechttun.

Ungerecht ist das, dass manche das so schreiben können und ich nicht.

Thomas Bernhard 13

Um vernünftig in den Narrenmonat zu kommen:

Ich hatte, im Unterschied von meinem Bruder, der immer an ihrer Autorität geglaubt hat, niemals an ihre Autorität geglaubt, mein ein Onkel Georg hatte mir die Lehrer schon sehr früh als das bezeichnet, was sie in Wahrheit tatsächlich sind, verkrampfte Duckmäuser, die an ihren Schülern nur ihre perversen Launen auslassen, die sie zuhause bei ihren Ehefrauen nicht auslassen können, die Lehrer sind von allen sogenannten Gebildeten die gefährlichsten und die niederträchtigsten, hat mir mein Onkel Georg schon früh eingeimpft, sie stehen, was ihre Gemeinheit betrifft, auf gleicher Stufe mit den Richtern, die alle auf einer sehr niedrigen Stufe der Gesellschaft stehen. Die Lehrer und die Richter sind die gemeinsten Knechte des Staates, sagte mein Onkel Georg, merke dir das, Er hat recht gehabt, ich habe diese Erfahrung nicht hunderte, sondern tausende Male gemacht, keinem Lehrer ist, wie keinem Richter, über den Weg zu trauen, sie vernichten bedenken - und hemmungslos, aus widerlicher Launenhaftigkeit und lauter Rachegelüsten über ihr unglückseliges verpfuschtes Leben, tagtäglich viele der ihnen ausgelieferten Existenzen und werden dafür auch noch bezahlt. Die Objektivität der Lehrer ist, wie die Objektivität der Richter. eine gemeine und heuchlerische Lüge, sagte mein Onkel Georg, er hatte Recht. Wenn wir uns mit einem Lehrer unterhalten, kommen wir bald darauf, daß er ein aus Unzufriedenheit mit sich selbst, menschenzerstörender, ja letzen Endes weltzerstörender Charakter ist, genauso, wenn wir uns mit einem Richter unterhalten.

Aus: Thomas Bernhard: Auslöschung. Ein Zerfall.

Gerechtigkeit



“Recht ist die Wirklichkeit, die den Sinn hat, der Gerechtigkeit zu dienen”

- Gustav Radbruch

Dieses Zitat habe ich gerade in Bittner’s „Beruf Terrorist“ gefunden, und irgendwas hat im Hirn „Klick“ gemascht. Nicht weil ich im Seminar „Theorie der Gerechtigkeit bei Prof. Kessler letztes Semester nicht aufgepasst hätte, sondern weil es mal wieder den Drang ausgelöst hat, im Rauschen des Chaos wenigstens mal wieder die Stimme zu erheben.

Und somit stelle ich mich nun mit meiner Seifenkiste vor den Kirchturm, auf den Marktplatz, in die Fußgängerzone und Predige meine Sicht der Dinge – auch wenn ich als im Jahre 80 Geborener sehr gut weiß, das es nichts bringt. Warum? Weil ich mir einem Kanzler aufgewachsen bin (Birne) der Allen vorgemacht hat, das sich Verbrechen lohnt. Das es keine Gerechtigkeit gibt, sondern nur geschickt verkaufe Machtansprüche.

Was ich immer geglaubt habe – und immer noch glaube – der Kanon aus Werten, die sich, in meinem Fall, direkt aus dem Erwachsen werden der 68er ableite. Diese Mischung aus Selbstbestimmung, Freiheit, Verantwortung für andere, einen Staat – den man zwar piesacken muss und der viele Schwächen hat, aber im Grunde sinnvoll und gut ist – und seine Rechtsstaatlichkeit.

Und daraus erwache chi langsam. Nicht nur durch mein Studium (auch wenn Prof. Seeger versucht, die Flamme des Idealismus zu entzünden) , sondern durch die Welt um mich herum, und die Nadelstiche, die sie mir verabreicht. Und mich überlegen lässt, ob man nicht doch erst im Jahre 1984 ist.

Wie stark die Parallelen sind, will ich nun am Beispiel der letzen Woche zeigen. Eine Diskussion mit der Gosch, ein Blogeintrag, eine Schilderung des Englandurlaubs vom lügenden Bayern – mehr braucht es eigentlich nicht, um diese Kritik zu führen.

Der Blogeintrag ist der von Jochen Bittner – und der Wahnsinn, das es seit Jahren so war, und weiter sein wird, das eine Regierung einen Krieg seit Jahren führt, der auf einer Lüge basiert, das das entstehen der Lüge nur auf den Hinteren Bänken hinter vorgehaltener Hand erzählt wird – und das unsere Politiker, von denen ich (früher) geglaubt habe, das wenigstens sie ein Leitbild sein könnten, die das akzeptieren, ohne Kritik, ohne Aufschrei. Das wir in einer Zeit leben, in der es ein Lichtblick ist, wenn eine sinnlose Anklage gegen die CIA-Verbrecher erlassen wird.

Und nicht einmal das – niemand berichtet darüber. Das die Medien ihre Ecken und Kanten, ihre Stimme und ihre Macht hinter Leserzahlen und Zuschauer-prostitution, hinter Boulvardeskem Tittenwackeln prekariatsgerechter Statussymbole versteckt – das ist, in seiner Gesamtheit, ein Brocken, an dem ich schwer zu schlucken habe. Da in vollem Wissen gelogen wird, und jeder die Lüge kennt, und niemand sagt: So nicht.

Und wir reden hier nicht von „Osterhase und Weihnachtsmann“ , sondern von „Foltern ist OK, solange wir es anders nennen“ und „Wir sind zu faul, Fehler zu beheben, von denen wir wissen, das sie passieren“ – sprich, das Paket der Gesundheitsreform, an dem sich keiner die Finger schmutzig machen will. Vermutlich weil es keiner versteht.

Und hier komme ich zu einem anderen Punkt: den Gesundheitsnazis. da hatte ich mich HIER ja schon mal geäußert.
Aber das es in einer zeit, die mit der Akzeptanz der Widerbewaffnungsdebatte, mit der Diskussion in Talkrunden, mit Elephantenrunden und „The Revolution will be televised“ eine Diskussion gibt, wo nur eine Seite gehört wird, und die andere mit dem Stigma der Wertlosigkeit und Unmündigkeit versehen wird -das macht mich doch sehr nachdenklich.

Was auch kein angenehmer Gedanke war, ist der Vorgang der Entstehung dieses Eintrags.
Ich habe Überlegt, ob ich das so schreiben kann, einen Undifferenzierten Rundumschlag in Richtungen, die mir nicht behagen.

Und dann ist mir aufgefallen, das ich mich nur zu den Grundwerten unserer Gesellschaft bekenne. Und mir das Überlegen muss. Was ist das für eine Perspektive?

Ud das Zitat vom Anfang habe ich übrigens Hier gefunden, und wie so oft der Aufruf: lest mehr Bittner!



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Eins der vorläufig letzten Bilder aus Dresden. Hat sich ja erledigt. Das gesamte Set ist HIER

Was auf die Augen (16)

Um dem geschätzen [tag]Leser[/tag] ( = DIR ) ausnahmsweise mal eine Mehrwert (Haha! Fachbegriff!) zu bieten, hier ein Desktop-hintergrundbild. Zum Verwenden: Anklicken, und im neuen Fenster erst auf „Original“ und dann mit Rechtsklick aufs Bild und „..als Hintergrundbild verwenden“

bela_beier_waper04

In der Größe 1280 x 1024 Pixel

Gesundheits-Faschisten

Schüler tragen Anstecker mit schwarzer Lunge

BrüsselL/OSTENDE (dpa). Rauchende Schüler im belgischen Ostende müssen künftig einen Anstecker mit zwei schwarzen Raucherlungen tragen. „So dürfen meine Lungen aussehen“, lautet der Text auf dem runden Button, den eine Schule in der Hafenstadt verteilt. Das Vesaliusinstitut, das vor allem Krankenpfleger ausgebildet, will die Schüler so vom Rauchen abhalten. Im kommenden Schuljahr soll das Qualmen komplett verboten werden. „Für die Außenwelt ist der Button vielleicht stigmatisierend, aber er ist nicht als Strafe gedacht“, sagte Direktorin Claudine Lesaffre.
Vielleicht stigmatisierend?

Auch wenn manche sich scheuen, das Wort auszusprechen, ist es mir mittlerweile egal:

Wollen wir anfangen, etwas gegen die Gesundheitsnazis anzufangen? 
Oder verhallen die Warnung immer noch gerne?

Als die Nazis die Raucher holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Raucher.
Als sie die Fleischesser einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Fleischesser.
Als sie die Weintinker holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Weininker.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Und jetzt kann ja jeder gerne „Melodrama“ und „Übertreibung“ brüllen. Mir egal, ich geh eine Rauchen…