Baby-Pause beendet.

Hören während Lesen:

Natürlich bin ich nicht Vater geworden – sondern Autor. Die Unterschiede sind allerdings meiner nicht sonderlich, immerhin haben beide gemeinsam, dass Sie viel Zeit brauchen, man nicht weiß, was dabei herauskommt und währenddessen zweifelt man, ob es denn das ganze Zinober überhaupt wert ist.Und genau so genau so, wie bei einem echten Kleinkind kann man das Resultat nur sehr begrenzt kontrollieren.

Jenseits des biologischen-literarischen Pathos gibt es auch handfeste, irrelvante Neuerungen – so ist zum Beispiel diese Webseite komplett umgezogen, rund erneuert und mit neuen Leichen im Keller versehen worden. der Autor der Seite kann sich vor seinen grauen Haaren nicht mehrVerstecken, und die Einzelteile des Sommers haben wir auch mehr schlecht als recht untergebracht. Und dies alles – Inklusiveresteffekt drei – auf einem neuen Rechner.
Und falls sich jemand fragt, warum ich diesen Rechner sofort geöffnet habe – dann muss sich die Fragen verweigern: Ein neuer Rechner muss genauso von innen betrachtet werden, wie ein neuer Ofen mit Leberkässemmel eingeweiht wird, ein neues Bier auf dem Balkon verköstigt oder eine neue Tabaksorte mit einem Hustenanfall.

Diese Beispiele sind jetzt vielleicht unglücklich gewählt, aber ihr seht, auf was ich hinaus will. Darüber hinaus? Wenig.

Wer Lust hat, mich in echt zu erleben, der hat diese Möglichkeit am Donnerstag der Photokina, wo ich einen Vortrag halten werde – und danach werde ich natürlich für Groupies, Anbetungen, Sach-und Menschen-Opfer zur Verfügung stehen. Genaue Daten folgen, sobald ich sie aus meiner Mailbox gefischt habe.Außerdem wird es demnächst auch wieder neue Bilder geben – man war ja nicht in jeder Hinsicht so untätig war wie auf der Webseite.

Nun denn, mit voller Kraft voraus. *hust hust*

Bela und das DRM

Und mal wieder neue Bilder – aus der Letzen Session mit der Olympus E5. Tolle Kamera, aber Preis/Leistung is ein bisserl verschoben. Momentan im Test: Die Sony Alpha 850. Mal schauen, wie die sich schlägt.

Jenseits dieser Schönen Bloggründe gibt es natürlich auch hässliche: ich habe diese Woche ein Album erworben – Haindling hat die Vier Jahreszeiten aufgenommen, und interpretiert. Denk ich mir: Geiler Scheiss, muss ich haben. Also, bestellt, Kommt an, CD ins Laufwerk, und nichts passiert.

Es stellt sich heraus, dass die CD einen Technischen Defekt hat (genannt: Kopierschutz),  von der Bertelsmann Music Group hat, welcher das Abspielen verhindert, in PCs. Das ist jetzt  doof, weil ich keine CD-Player mehr besitze, da ich eh immer über den Rechner höre. Also, mal ganz clever gedacht: Fragste die Leute, die den Kopierschutz gemacht haben.

Also:

from Bela Beier <bela.beier@digitalproduction.com>
to kopierschutz@bmg.de
date Sun, Mar 20, 2011 at 08:19
subject Anfrage Kopierschutz

Hallo!
Eine Frage: Ich habe das Album „Haindling – Vier Jahreszeiten“ erworben, und kann dieses nicht auf dem einzigen CD-Player, der mir zurVerfügung steht (PC) abspielen. Was kann man ich machen, dass ich das gekaufte Album hören kann?

Mit freundlichen Grüßen,
Bela Beier

Als Antwort auf die eigentlich viel zu freundliche Mail (eine passende Anrede wäre gewesen: „Nun hört mal zu, ihr Juristen-Nazi-Teufels-Bastarde, welcher drittklassige Gozilla-Verschnitt hat euch in den Madenverseuchten Kopf geschissen?“) – von der Bertelsmann Music Group – die hinter der Firma steht, und die offiziell auf der Seite verlinkt ist, kommt auf die berechtigte Frage folgende Antwort:

from Mail Delivery Subsystem
to belabeier@gmail.com
date Sun, Mar 20, 2011 at 08:19
subject Delivery Status Notification (Failure)

Delivery to the following recipient failed permanently:
kopierschutz@bmg.de

Technical details of permanent failure:
DNS Error: DNS server returned answer with no data

Nun möchte ich mal Fragen, was man da als Konsument tun soll, um sich nicht das komplette Diktat der Industrie aufpressen zu lassen? Die offiziellen Kontaktdaten sind falsch (nur so nebenher, da die auch im Impressum sind, isses ein Verstoß des Mediengesetzes), Antwort wird da keine kommen, und die CD kann ich immer noch nicht hören.

Ohrwürmerzucht

Hier kommt selbst-therapeutisches Palaver, nutzlos und nur zu archivarischen Zwecken sinnvoll, für den Fall, dass mal jemand eine Biographie über mich schreiben will. Also, nun versammelt, die Ohrwürmer und Sing-alongs diesen Jahres (bis jetzt) um sie mal in die Welt zu Posaunen. Ohrwürmer sind ja hinterhältige Tierchen, die, im Gegensatz zu Ameisen, nicht zwangsläufig guten Geschmack haben oder beweisen.

Warnung: Nicht hören! Nur zur Dokumentation! 
Ohrwurmgefahr! 

Soooo, seit ungefähr einem halben Jahr in der „Heavy Rotation“ , das Ahoi-Brause-Äquivalent der klassischen Musik. Edvard Grtieg Morgenstimmung: Bekannt aus tausend Soundtracks. Und steter Tropfen höhlt nicht nur Stein, sondern auch Holzköpfe. Das Video dazu ist buchstäblich schlimm, drittklassige Landschaftsbilder, bestenfeils erregend für Leute, die die letzten Hundert Jahre in einem Sarkophag gelegen haben. Und mal ehrlich: Wenn man nach hundert Jahren aus dem Sarg kommt, hat man besseres zu tun als Grieg zu hören. Zum Beispiel mal ganz dringend auf die Toilette – das Klopapier hat man ja schon dabei. 🙂

Delibes Lakme (Viens, Mallika, les lianes en fleurs/ The Flower Duet) : Porno für die Ohren. Habe ich auch einige schlechte Aufnahmen drittklassiger Friseusen-Opern (gerne “ ni ach, Verona war ja soooooooooo kultiviert“ gehört) hören müssen, bis ich herausgefunden hatte, was es wahr. Wie ich darauf gekommen bin? Die einschlägigen Szenen in „5th Element“, „The Hunger (1983)“ und so weiter. Schlimm, sowas. Aber nur so ein Tipp: Der Rest der Oper ist bestenfalls …
… naja, es ist nicht umsonst im Standard-Reportoire Indischer Opernhäuser.

The Lion sleeps tonight: Ethno-Ohrwurm. Funktioniert aber auch immer. Ehrlich! Ausprobieren! Einfahc beim Kollegen am Schreibtisch vorbeigehen und das „Bummbawuppa, Bummbawuppa -Tiiididüüüdidaniannanana“ summen (also, was halt der Anfang vom Lied ist, und den Rest des Tages wird der das vor sich hinsummen. Funktioniert natürlich auch mit dem Imperial March aus Star wars, oder der Hochzeitsmeldoie, wenn die Braut eingestakst kommt, aber da sind dann ja so böse untertöne dabei.

http://lustich.de/player/pe.swf?id=3373
Auf lustich.de: The Lion Sleeps Tonight

Aphex Twin Windowlicker: Saudoofer Song, aber optischer Ohrwurm.Ich bin ja bekennendermaßen kein Elektro-Techno-was-auch-immer-das-ist-Fan, aber wie diese Monsterfresse da in der „Orgie“ in der Limousine auftaucht, da fühlt man sich doch gleich wieder normal. Und irgendwie scheint mir diese spezielle Fresse auch oft zu begegnen. Scheint ein Standardgesicht zu sein, oder? Oder? Sagt, dass es so ist, bitte!

Lisa Hannigan Black Eyed Dog Und der erste wirklich tolle Song in dieser Aufzählung. Aber das ist ja oft so – Ohrwürmer sind nur Ohrwürmer, wenn es einen nervt, ansosnten ist es „Ein Lied im Herzen tragen“, „Gutgelaunt summen“ oder sonstwas in der Art. Hier kann man beliebig Allgemeinplätze einfügen. Wenns einen Aber nervt, dann isses ein Ohrwurm. Hier aber nciht, weil die Göttin nimmt sich Nick Drake’s „Black Eyed Dog“ an, und frage nicht, es funktioniert. Nur so zur Abwechslung, damit ihr für die nächsten Songs gestärkt seid. Aber keine Angst, das Schlimmste ist vorbei.

Und im Bereich „Musik, die einen anspricht“, ist Sloth von Joe Jacksons grandioser Scheibe „Heaven and Hell“ ganz weit vorne. Und wer mcih mißmutig-misanthrop-müde in der Ecke sitzen sieht, kann, wenn er/sie sich anschleicht, des öfteren hören: Give me a bud and a slice, and leave me alone, If I want your advice, I’ll ask you„. Und wo kommt das her? Genau.

Und das nächste mal ist mehr gute Musik dabei als 33%, versprochen! Aber falls Ihr jetzt doch alles durchgehört habt: Das mit den Warnung funktioniert nicht, gell? Ja, Menschen sind so. Du zumindest. 🙂