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[…via Weisslog…]

Pathologische Internetnutzer By Sadigh

Wer nicht nur exzessiv im Internet surft, sondern regelrecht süchtig danach ist, leidet oft auch an einer anderen psychischen Störung. Wahrscheinlich ist es also meist nicht das Medium, das gesunde Menschen zu Suchtkranken macht, sondern eine Depression oder Angststörung, die ihn oder sie sich im Netz verheddern lässt. Die so genannten “pathologischen Internetnutzer” chatten auch häufiger als andere Nutzer.

Zumindest legt dies eine kleine Studie der Augsburger Psychologin Silvia Kratzer nahe. Sie hat zwei Gruppen von Internetnutzern befragt – die pathologischen und die nicht-pathologischen. In der ersten Gruppe hat sie bei 27 von 30 Personen andere psychische Probleme diagnostiziert – vor allem Angst und Depressionen. In der zweiten Gruppe waren davon nur 7 von 31 Personen betroffen. Nun sagt Kratzer selbst, müsste man die drei Menschen weiter untersuchen, die offensichtlich ohne andere psychische Probleme zu pathologischen Internetnutzern wurden.

Wer ist aber internetsüchtig? Kratzer gibt sechs Kriterien an – wer mindestens fünf davon aufweist, gilt als pathologisch, wer nur einem zustimmt, ist es nicht:

1) starkes Verlangen oder Drang zum Internet-Gebrauch
2) Gefühl des Kontrollverlusts über die Zeit wenn die Person online ist
3) Sozialer Rückzug (von Freunden, Familie)
4) Entzugserscheinungen, wenn über kürzere oder längere Zeit kein Internet-Zugang möglich ist (z.B. starke Nervosität, Unruhe, schlechte oder depressive Stimmung)?
5) ernsthafte Probleme durch Ihren Internet-Gebrauch (z.B. am Arbeitsplatz, im Studium, zu Hause mit Eltern, Freunden oder Partnern)
6) Fortsetzen des Internet-Gebrauchs, obwohl man die negativen Folgen bereits kennt (z.B. Leistungsabfall, Probleme im Studium, drohender Verlust des Arbeitsplatzes, Partnerverlust, usw.)

Kratzer rät also dem Arzt oder Therapeuten dazu, bei internetsüchtigen Patienten genau auf andere psychische Störungen zu achten, “weil meist viel mehr dahinter steckt als die vordergründige pathologische Internetnutzung.” Sie gibt folgendes Beispiel: “Wenn jemand unter pathologischer Internetnutzung leidet und diagnostisch durch eine soziale Phobie auffällt, kann sich das Internetverhalten schon dadurch ändern, dass der Patient seine sozialen Ängste reduzieren lernt und das Internet in seinem Leben wieder an zweiter Stelle kommt, nach dem wirklichen Kontakt zu Menschen.”

Die Studie mit dem Titel Pathologische Internetnutzung Рeine Pilotstudie zum Sțrungsbild ist bei Pabst Science Publisher erschienen.
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OK, jetzt habe ich [tag]Angst[/tag]. Nicht nur um mich, sondern um [tag]Kommilitonen[/tag], und die Ganzen Kumpels, mit denen ich mich im Netz rumtreibe. Sind wir alle [tag]krank[/tag]?