Allgäuerisch für Anfänger.

Nun, um euch, verehrten Lesern mal wieder Mehrwert zu bieten, hier nun Allgäuer Dialekt in einer Lektion:

    ebs – etwas.
    schumpa – Jungvieh.
    Dreggspreissn – Standardausdruck für Nicht-Allgäuer, vorzugsweise aus nördlichen Regionen.
    Gelbfiasla – Standardausdruck für Nicht-Allgäuer aus Baden-Würtemberg und den Rest des Bezirks Schwaben (inklusive Augsburg).
    Kreppl! – Schlecht erzogenes Kind.
    scho – Leck mich am Arsch.

Mehr wird ein Tourist nicht zu hören bekommen. Wenn er nur das hört, hat er das wahre Allgäu gefunden, und befindent sich nicht mehr in Luft-kur-ghettos und Subventionsbunkern. Sollte er / sie es wieder erwarten doch schaffen, mit einem Allgäuer / einer Allgäuerin ins Gespräch zu kommen (die Allgäuer wurden nicht umsonst in einem bekannten Lexikon norddeutschen Ursprungs als diebisches Bergvolk beschrieben), wird früher oder später eine Gesprächspause eintreten. Nun hat der Tourist gewonnen, wenn er über das Fahrverhalten der Ost-allgäuer, Westallgäuer, Oberallgäuer oder Unterallgäuer schimpft, in einer komplexen Abhängigkeit. Befindet man sich im:
Oberallgäu, dann schimpft man über das Ostallgäu
Unterallgäu, dann schimpft man über das Ostallgäu
Westallgäu, dann schimpft man über das Ostallgäu
Ostallgäu, dann schimpft man über Baden-Würtemberg.

Sollte dieses Thema versagen, gibt es nur noch eins: Den Allgäuerischsten Satz aller Zeiten, der Dialekt-Joker und Summe Allgäuerischer Lebensart. Und zwar:

    D’schumpa hägla’d Fieweit naa!

Das verstehen nur Allgäuer und weder Touristen noch „Zuzogane“ (*), eine Erklärung oder gar Übersetzung ist sinnlos, und ähnlich wie Shakespeare, der nur im Original seine Schönheit voll entfaltet, ist das der Gipfel des Möglichen. Und bei halbwegs korrekter Vortragsweise belohnen den Vortragenden Akzeptanz, Offenheit und KEINE Wegbeschreibung im Dialekt.

*= Im Allgäu ist man ab der dritten Generation Allgäuer. Vorher nicht. Keine Chance. UNd als „Zuzogana“ natürlcih nur Bürger zweiter Klasse. Aber: Besser Allgäuer zweiter Klasse als „Preiss“ oder „Gelbfiasla“

Wu-ha-tschi-pfui

Jawohl. Eine nacht im Allgäu, und was für eine Nacht es war!

Nachdem Hessen gestern geweint hat, als ich abgefahren bin (Schweißwetter, literweise Regen) und mich das Allgäu mit Freudentränen Empfangen hat (Wetter genauso Scheiße, weiter Regen. Die Fiese Tröpfel-Variante) stehe ich heute morgen auf, und was ist? Geeeenau:

Winterblick 1

Yipiiie – ai – ei.
Achtung, Dialekt:
Gschniabn hods, des drecks-allgai, kruzifünferl noramoi!
grod heid, wo i in dr gegend umananad muaß!
und auf dr strosn bloß so depperte touris und preissn unterwegs san!
brauchts des!
Dialekt vorbei.

Testosteron und Amy Smart

Normalerweise sage ich ja nix über die Filme, die ich mir ankucke, aber jetzt muß ich mich doch mal auf mein Seifenkistchen stellen und predigen: Kuckt euch Cranck an!
Seeeehr lässig. Bond mit Humor und Amy Smart (OK, sie ist nun mal niedlich, und die Szene in Chinatown…) , dazu eine psychotischer Filmschnitt und eine massenhaft Stereotypen. Normalerweise ein Rezept für Langeweile, aber in diesem besonderen Fall passt es. Und in Zeiten, in denen Oscars für Hautfarbe vergeben werden und gelbstichige Hungerhaken als Schönheitsideal eine willkommenen Abwechslung. OK, für eine Komödie ist schon einiges an „Peng“ und „Bumm“, aber was solls…

Nochmal zum Thema Amy Smart: Warum verwendet man so jemanden nicht öfter, anstatt Topmodell auf Topmodell über die Leinwand stolpern zu lassen ? Und ja, ich weiß, das kommt auf den FIlm an, aber ist ein Film mit Bejonz (Scheiß auf die Schreibweise… das eingefrorene Grinsen aus deisem unsäglichen „Dreamgirls“) wirklich wert, gedreht zu werden? Muß diese fade Blondine aus „Das Superweib“ (Ich hab den Namen vergessen – ihr wisst schon, der Pfannkuchen auf Silikon. Vroni, Verona, Veronica… ach auch egal. Und genau das ist meine Aussage!) wirklich auf Zelluloid gebannt werden? Wäre Zeit mit dem Schulfernsehen nicht unterhaltsamer und wertvoller als mit Eva Grün?

Um jetzt mal vom Thema ein bisschen wegzugehen: Natürlich versuchen verschiedene Medien so „niederschwellig“ (*) wie möglich zu sein. Aber ist die spirale nicht irgendwo mal zuende? Wo ist die Balance, das Gegengewicht? Wenn das Flagschiff deutschen Qualitätsjournalismus, die Tagesschau, schon „verständlicher“ werden will, und Medien ohne „Shock and Ahw!“-anspruch aussterben. Wenn man einen Akademischen Titel in einem Journalismusstudeinegang bekommt, ohne die Sprache zu beherrschen (zumindest: wenn man so die ersten drei Semester geschafft hat) – ist es da nicht mal Zeit, sich auf die Alten Werte zu besinnen? Freiheit, Aufklärung, Eigenverantwortung?

Nur so ein Gedanke. Aber man will ja nix sagen.

* Niederschwellig = Akademikerausdruck für „Idiotentauglich“. Siehe: Dein Schulbuch, deine Computer, deine Medien…

Wlan

So, der Bub ist jetzt in Kempten. Beziehungsweise Oberggrunz,. äh, Obergünzburg.
Eigentlich sollte hier neben einer freien warmen Wohnung auch ein Wlan auf mich warten.

Die Wohnung ist frei, wartet auf mich, ist meinem Empfinden nach warm, und was ist nicht?
Genau, WLAN!

Da hat wohl jemand ein Netzwerk so abgesichert, das man nur auf eine Weise und sonst keine Wiese teilhaben kann. Vermutlich an die MAC-adresse des PCs gebunden, und die Passwörter für den Verwaltenden Router sind irgendwo.
Hip-hip-hurra.

Ob ich mir in diesem Zustand wirklich Crank anschauen sollte? Zwei Meckatzer und kein Netzwerk?