Schöne neue Welt

Was mir auffiel: Mittlerweile kann man den ganzen Körper verbessern.
Man kann in eine Stripbar gehen, auf ein paar Brüste zeigen, und sagen: Diese Brüste will ich an meiner Frau. Und der Chirurg geht ans Werk.
Man kann Zähne neu einsetzten, ersetzen, und eigentlich so ziehmlich alles damit machen, und damit auch im Alter noch kraftvoll in die Neuen Silikonhupen der Gattin zu beissen.
Es gibt gehörimplantate, die (in manchen Fällen) das Hörvermögen wieder auf den Stand eines Kleinkindes verbessern. Ist nur so’n Daumennagelgroßes Kästchen, das in den Gehörgang eingesetzt wird. Man kann sich Körpermasse vom einen Ende ins andere Ende Spritzen oder implantieren lassen.

Und somit kann sich Mann zum ersten Mal in der Geschichte rein nach ihrer Intelligenz und Persöhnlichkeit die Frau aussuchen. Denn etwas fehlt noch: Die Pille gegen Dummheit.

makro 02

Die "Tagesschau" soll verständlicher werden

(02. Juli 2006) Der neue ARD-Chefredakteur Thomas Baumann hat Veränderungen bei den Nachrichtensendungen „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ angekündigt Am 1. Juli übernahm Thomas Baumann das Amt des ARD-Chefredakteurs von seinem Vorgänger Hartmann von der Tann. Gleich zu Beginn kündigt er Veränderungen bei den Nachrichten-Flaggschiffen des Deutschen Fernsehens an. Das Ziel: „Tagesthemen“ und „Tagesschau“ sollen für den normalen Zuschauer verständlicher werden. Baumann kündigte am Freitag an, „mehr Leitplanken und Orientierungsmarken bieten“ zu wollen. So soll es mehr „Erklärstücke“ in den „Tagesthemen“ und verstärkt längere Beiträge in der „Tagesschau“ geben. „Einige Zuschauer haben bei aller Professionalität unserer Nachrichtenmacher manchmal Schwierigkeiten zu folgen“, so Baumann. Glaubt man Umfragen, liegt er damit goldrichtig. So brachte beispielsweise bereits vor drei Jahren eine Erhebung des Gewis-Instituts ans Licht, dass nur noch 12 Prozent der Deutschen die Tagesschau in vollem Umfang verstehen, während 88 Prozent mit einzelnen Worten oder ganzen Meldungen ihre Probleme haben. Kritikpunkte damals: Schachtelsätze der Nachrichtenagenturen würden nicht mehr in ordentliches Deutsch übersetzt und viele Begriffe schlicht nicht mehr erklärt.

Diese Meldung von http://www.dwdl.de/ – eine Medienmagazin – gefunden. Und somit zum Aufwachen gleich bekommen, was ich insbesonders nach dem Aufwachen besonders gern habe: Recht. Die Deutschen werden immer dümmer, und ich meine nicht
„Huch-ist-mir-entfallen-wie-die-Hauptstadt-von-Namibia-heißt“-dumm,
sondern amerikanisch,
katze-in-die-mikrowelle,
„Ich-wollte-doch-nur-am-Defibrilator-lecken“,
„Ja-mein-Führer“ – dumm.

Die Tagesschau ist ja keine Vorlesung über Quantenphysik für Eingeweihte, sondern eine ganz normale Nachrichtensendung. Und wer da schon Probleme hat – Ufff. Würde vorschlagen, das, wer bei der Tagesschau Probleme hat, sich einfach nicht mehr fortpflanzen darf. ZUmindest solange nicht (und nein, „Testläufe“ sind dann auch untersagt!) bis sich genügend Frust angestaut hat, damit die Leute mal nen Duden, eine Lexikon oder sonstewas Bildendes ausser der Bild Lesen/Hören/Sehen…..
Und das lustige daran? Man braucht sich eigentlich garnicht drüber zu beschweren, denn die Beschwerde fällt genauso auf taube Ohren wie die Slideshow im Blindenklub. Aber man darf nicht aufgeben. Wer Ligeti und Gernhardt nicht kennt, aber die Bereitschaft erkennen läßt, sich damit zu beschäftigen ist auf dem Richtigen Weg, und wer das nicht tut, dem sollte man dieses Nahelegen. Auch wenns nichts bringt. Es geht ums tun und nicht ums siegen.

Die Hauptstadt von Namibia heißt übrigens Windhuk.

Robert Gernhardt ist tot.

Robert Gernhardt ist tot.

„Wir können Goethes, Schillers, Klopstocks Hinscheiden durchaus verschmerzen, solange nur Robert Gernhardt uns nicht genommen wird.“ schrieb Hubert Spiegel von der FAZ und so ungern ich es sage, er hat Recht.

Paulus schrieb an die Apatschen:
Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen.
Paulus schrieb an die Komantschen:
Erst kommt die Taufe, dann das Plantschen.
Paulus schrieb den Irokesen:
Euch schreib ich nichts, lernt erst mal lesen.

Robert Gernhardt ist tot.

Er starb mit 68 Jahren nach langer Krankheit am Freitagmorgen in Frankfurt am Main. Gernhardt war einer der wichtigsten Lyriker der deutschen Nachkriegszeit, der jenseits aller Richtungen als Drehbuchautor, Zeichner, Cartoonist, Satiriker, Schriftsteller und Lyriker erfolgreich und geschätzt war.

Robert Gernhardt ist tot.

Ich vermisse ihn schon, und nachdem vor kurzem Györgi Ligeti in die Ewigen Jagdgründe übersiedelt ist (worüber ich nicht geschrieben habe, weil man das Wissen um Ligeti heute leider nicht mehr voraussetzen kann, wie ich geschockt festgestellt habe..) Mit Gernhardt wird es ähnlich sein, und die Spirale der Verdummung schreitet voran.

Robert Gernhardt ist tot.

Und das letzte Wort :

Lieber Gott, nimm es hin,
daß ich was Besondres bin.
Und gib ruhig einmal zu,
daß ich klüger bin als du.
Preise künftig meinen Namen,
denn sonst setzt es etwas.

Wohin mit dem Nazi?

Das hat man jetzt davon, wenn man die unzufriedenen Ossis ohne Aufsicht wählen lässt: Die wollen einfach nur den Sozialismus zurück, sogar wenn dieser National ist. Keine Frage, wir im Westen wissen es natürlich besser und planen schon eifrig wie wir wieder den Lebensraum im Osten sichern können.

Schon zweimal lag Deutschland in der Hand von Rechtsradikalen, und nicht jedesmal ging es so glimpflich aus wie 1998, als sich die CDU nach 16 Jahren Regime abwählen lies. Nur 53 Jahre davor musste Deutschland auf externe Hilfe beim Regierungswechsel zurückgreifen und auch dass nur mit Inkaufnahme eines gewissen Kollateralschadens von 110 Millionen Toten.

Ein Verbot der NPD scheint die Lösung zu sein, nur ist es nicht so einfach eine Partei, die immerhin demokratisch gewählt wurde, zu verbieten. Dies hat verschiedene Gründe, aber vermutlich hauptsächlich, das zum Beispiel ein einfaches Verbot von Dummheit dazu führen würde, dass sich die Bevölkerungszahl der Bundesrepublik mit einem Schlag halbieren würde. – Und das private Fernsehen hätte plötzlich Einschaltquoten im Promillebereich.

NPD – Das sind die bösen Rechten
Für viele ist es überraschend, dass sich ausgerechnet die Christdemokraten so vehement im Kampf gegen den rechten Aussenseiter mitmischen, da sich CDU und CSU im Allgemeinen selber nicht zu schade waren, mit ähnlichem Niveau und Inhalt wie die NPD auf Wählerfang zu gehen.

CDU/CSU – Das sind die guten Rechten
Zum einen wäre natürlich das von Franz-Josef Strauss ausgegebene Dogma, dass es keine Partei rechts von der CSU geben dürfe, und zum anderen wissen die Christdemokraten, ein Dummheits-Verbot würde zwar die NPD in die Geschichte eingehen lassen, aber auch der CDU und CSU für Jahre jede Chance auf einen Wahlsieg vermauern. So wird nun, hinter verschlossenen Türen, versucht ein anderes Verbots-Gesetz nach christdemokratischen Wünschen zu formen, dass die eigene Partei und den eigenen Wählerstamm unangetastet lässt, denn schon Otto von Bismark hatte gesagt: „Mit den Gesetzen ist es wie mit den Würstchen. Es ist besser, wenn man nicht sieht, wie sie gemacht werden.“ Dafür gab es dann allerdings auch nur den Bismarck-Hering und es stellt sich die Frage: Haben wir nun wirklich etwas weniger ekliges oder einfach nur eine besser erhaltene Leiche?

Da liegt aber wahrscheinlich die Lösung verborgen: Man schiebt der NPD ein paar Morde unter, das hilft zwar keinem Verbot aber die anderen Parteien können sie schonmal einsperren und sind so ihre Probleme los. Und schlussendlich klärt sich auch was der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (der reichlich unfit wirkt, dieser Tage) mit der Aussage meinte, dass die Unionsspitze über Leichen geht.

Bundesbahn-blues

Ich hab den Blues, den Blues
weil ich Bahnfahren muß.

Der Fahrer ruft nicht an
Taxi ich mir nicht leisten kann…

Ok, ich hör schon auf.
Aber ernsthaft: wie kann man sich noch über Strecken fortbewegen? Bahn ist schweineteuer und unpraktisch (8,9-mal umsteigen, das ist Standard, unfreudliche Schaffner und keine Raucherabteile – Yaeh, das muß die Service-Offensive sein, von der sie gesprochen haben. Mitfahrgelegenheiten sind auch nicht das Wahre, weil was nicht von den Pendlern ins Land der Ostgoten abgedeckt wird ist mager – da kommt zwar die Umkreissuche gut zum Einsatz, aber naja.

Eigenes Auto? Schön wärs, aber würde der Blog so Billig aussehen, wenn ich mir das leisten könnte? Mietwagen ist ’ne Alternative, aber das habe ich mir diesmal Selbst versaut – den Führerschein in Darmstadt liegen lassen.. Ganz großer Sport, wie Ferdi sagen würde. Ich sag, Dummheit tut weh. Und billig ist es auch nicht.

Ich hab den dumm und billig Blues,
weil ich Mediamarktwerbung sehen muß
die ist so dumm das es wehtuuuut
und wer die Kunden sieht, den verläßt der Muuuut

Das Bett ist voll.

Nachdem das jetzt durch alle Blogs geistert, kommt hier die Liste der Fünf Berühmtheiten, mit denen ich mal eine Nacht verbringen würde – ohne Zeitliche Begrenzung.

1. Keri Russell (Irgendwo zwischen Felicity und Rothenburg doch die Perfekte Fau)
2. Michelle Pfeiffer (Wie sie in Frankie and Johnny war… Seufz..)
3. Elisabeth Hurley (und sei es nur, um dieses wunderbare Englische eine Nacht zu hören…OK, da könnte man auch Jimmy Carr verwenden, aber das würde hier zu weit führen)
4. Lyssa (wer so bloggt, ist einfach im Olymp vertreten)
5.Jaqueline Bisset (in Casino Royale – mit dem Hemd und Peter Sellers….)

Ach ja, und die Ehrenplätze: Babs, Flo, Steffi, Pia, Pat . . sind halt keine Celebritys.
Andere Listen?

Klarkjeff
Die Outsiders (ob die Beiden dann teilen?)
Die Gosch
Sxuly

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Badische Lauchsuppe

Nachdem das letzte Rezept, das ich irgendwo rausgehauen habe eine
Maikäfersuppe war (Danke nochmal, Becca!), hier eine meiner Absoluten
All-time-Favourite-Suppen:

2-3 Stangen Lauch
+ 80 – 100 gr Speck
+ 1 EL Butter
+ 1 Glas TrockenerWeisswein
+ 1 1/2 – 2 L Brühe
+ 1 Becher Saure Sahne
+ 1 Eigelb
+ Salz /Pfeffer
+ evtl. Reibekäse

Lauch fein schneiden und in Butter andünsten
dann mit Brühe und Wein aufgiessen und mit Salz und Pfeffer köcheln lassen, bis der Lauch weich ist.

Jetzt den Speck rein, mit Wein abschmecken.

Sauerrahm und Eigelb zur Nicht mehr kochenden Suppe,
verrühren,
NICHT MEHR AUFKOCHEN!
Käse drübertun.
Fertig.

Der „Has isch über’d Höh“
Mund auf und rein damit!
Und das ist dann genau das, was ich mir unter einer leckeren Suppe vorstelle.

p.s: Es wird geraten, den Konsum auf weniger als 5 Liter pro Tag und Person einzuschränken…

Re-launch

Wir hatten ja dieses Semester Projektanagement. Und da war dauernd von Multimediaprojekten die Rede , habe ich jetzt auch etwas mit einem „hard launch“ in die Welt gebracht. Kick-Off war heue morgen um 8 Uhr, Definitionsphase war um 10 Uhr vorbei und jetzt isses soweit…. TADAAAAA!!!!!

p.s: sorry wegen der dummen aglizismen, die scheinen da dazuzugehören….

Es geht mich nichts an! – Gunkl

Eine dieser Errungenschaften ist die Trennung von Privatem und Öffentlichem.
Die Trennung von Privatem und Öffentlichem ist ein Kulturgut; vielleicht nicht so offensichtlich wie die Demokratie, aber bestimmt so wichtig wie ein Mindestmaß an Umgangsformen. Es ist wichtig, daß man sich bei seinen Gefühlsäußerungen aussuchen kann, wer sie sieht, und genauso wichtig ist es, daß man sich aussuchen kann, wessen Gefühlsäußerungen man sich anschaut.

Ich denke, jeder Mensch hat soviel Anstand, daß er nicht auf eine fremde Hochzeit geht, sich neben das Brautpaar stellt und das Brautpaar anglotzt, um eine Gefühlsregung zu sehen. Niemand würde es wagen, auf irgendein Begräbnis zu gehen, nur um jemanden weinen zu sehen.

Das Fernsehen und manche Zeitschriften tun aber genau das. Ich möchte den aufklärerischen oder zumindest informativen Aspekt von Kriegsberichterstattung einmal ausklammern. ich rede davon, daß sich das Fernsehen selbst zu den Eltern von irgendwelchen Skirennläufern nach Hause einlädt, und diesen Eltern beim Hoffen und Bangen zusieht, und zwar ganz genau und ganz nah zeigt mir die Kamera jemanden, den ich nicht persönlich kenne und der vor allem mich nicht kennt, bei tiefsten Empfindungen. „Jössas, Mama, da Bua!“-

Es geht mich nichts an!
Mich und alle Fernsehzuschauer geht das nichts an! Manche Zeitschriften durchwühlen sogar den Hausmüll von Prominenten, und drucken den dann viefarbig und kommentiert ab, oder sie photographieren diese Menschen beim Austausch von Zärtlichkeiten und bezeichnen das dann als schamlos(Muß man sich ja einmal vorstellen, aus tausend Metern Entfernung mit einem Wahnsinnsteleobjektiv photographieren die jemanden, der davon nichts weiß, in seinem Privatbereich und empören sich dann, der Photographierte wäre schamlos!). Es gibt auch Fernsehsendungen, in denen Menschen eingeladen werden, sich bis an die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit zu verausgaben, und weil es dabei um viel Geld geht, tun die das auch. Und die Kamera drauf! „Kein doppelter Boden, alles echt! Diese Paar hier hat nicht gewonnen! Sie können nicht nur kaum noch atmen, nein!, sie sind auch richtig verzweifelt!, das seh´n wir uns jetzt ganz genau an, sowas sieht man nicht alle Tage!“ – Um jemandem in Momenten des Glücks oder der Verzweiflung so nahe sein zu dürfen, muß ich mit ihm in die metaphorische selbe Sandkiste geschissen haben!

Natürlich wird da eingewendet, das ist eben die Wirklichkeit und das wahre Leben, s wird nur gezeigt, was wirklich ist. Einen Scheißdreck! Dieser Authetizitätsanspruch ist genauso verlogen wie blöde; Jeder, der irgendetwas untersucht, wird begreifen, daß die Untersuchung nicht ihr Ergebnis beeinflussen darf. Wenn ich von jemandem die Herzschläge zählen will, ist es schlecht, wenn ich ihm dafür die Brust aufschneide. (Ein bißchen besser, aber immer noch falsch ist es, wenn sich der untersuchende Arzt mit einer Kettensäge den Weg ins Behandlungszimmer bahnt).

Das Fernsehen zeigt nicht das wirkliche Leben, sondern Dinge, die es gar nicht gibt, wenn das Fernsehen nicht inszeniert. Aber das ist nur ein methodologischer Einwand, worum es mir geht, ist folgendes: Auch und gerade beim geheimen und verstohlenen Beobachten werden Schamgrenzen gebrochen, die in unserem Kulturkreis seit der Abschaffung des Prangers Gültigkeit und Richtigkeit haben. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Worte von Johann Krankl;“ Das Privatleben ist Privat und soll auch privat bleiben.“

Es ist eben eine Frage des Respekts vor einem Menschen, daß man sich nicht vor jemanden, der weint oder sich im höchsten Glück ergeht, hinstellt und ihn dabei beobachtet nur so, aus Lust am Schauen. Und es ist egal, ob da ein Bildschirm, oder Bedrucktes Papier dazwischen ist. Ein möglicher Einwand wäre noch:“ Ja, die Leute wollen das eben sehen, wenn jemand wirklich weint, oder vor Aufregung außer sich ist, den Leuten ist auch scheißegal, ob der betreffende eine Privatsphäre hat, die Leute wollen echte Tränen sehen, die Filmtränen reizen doch niemanden mehr!“ – Einem Rauschgiftkonsumenten, der in diesem Stadium ist, würde ich sagen:

„Es ist Zeit für einen Entzug.“

Gunkl im Netz

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Die Abscheu vor dem allgäu

Thomas Bernhard sagt, das, wenn man den Zeitpunkt der Abkehr vom Geburtsort verpasst, dieser einen zugrunde richtet.

Und wisst ihr was? Nichts könnte richtiger Sein.

Wenn ich mich und meinen Allgäuer / Kemptner Freundeskreis betrachte, ist es genau das. Am Beispiel Florence: Sie hat den Absprung rechtzietig geschafft und hat jetzt eine gesunde Mischung aus Nostalgie, Heimatliebe und Fernweh, um mit Kempten umzugehen – ganz nett für Besuche, die sie auch geniessen kann -und das war’s dann halt.

Mir dreht sich bei dem Gedanken, nach Kempten zu fahren regelmäßig der Magen um. Es liegt aber nicht so sehr an Kempten (obwohl ich das immer sage) sondern daran, das ich ZU LANGE hier war. 20 Jahre sind halt definitv zu viel für eine derartige Stadt. Und was an der Stadt nett ist – das beste Bier der Welt (Alt Kemptner Weiße), diverse Freunde und Verwandte, verblasst alles vor der konditionierten Abscheu des Kleinstädtischen.

Nach spätestens 2 Tagen vermisse ich Betonwüste und Asphaltblues, Türkische Musik aus vorbeifahrenden Autos und Hübsche Frauen in Miniröcken, nach denen man sich noch nie umgedreht hat.

Meine These (einer meiner vielen Thesen) ist ja, das der nächste Schritt der Evolution weder Haarlosigkeit noch Telephatie ist, sondern die Erkenntnis des Menschen als Homo Urbanicus.Der Mensch, der sich erst ab Zweitausend Artgenossen pro km² wohl fühlt, der sich von der ländlichen Idylle löst und die Poesie der Straßenlaterne genießt, der sich statt Landschaftsmerkmalen an Flechtenbewuchs auf Asphalt orientiert.

Denke ich mir so. Dieser dauernde Naturwahn ist meiner Meinung nach nur unkontrolliertes Schuldbewußtsein gegenüber den im bisherigen Leben verspeisten Salatköpfen, und das macht es ja etwas hinfällig, oder? Wenn wir es schon nicht schaffen, uns bei unseren Mitmenschen für Taktlosigkeiten zu entschuldigen, brauchen wir auch nicht so zu tun als ob wir das den Pflanzen gegenüber tun wollen.

Und als Mehrwert für den Leser werde ich mich jetzt (gutes Beispiel und Vorbild aller Kinder) mich jetzt mal für eine Taktlosigkeit in Jüngster Vergangenheit entschuldigen:

Sorry Claudi, wegem dem Werwolfspruch, war nicht ernst gemeint!