Auf dem Pott. (Teil 4) – Strg – ALT – Enft.

Nach Münster (im Ruhrpott) in eine andere Stadt (auch im Ruhrpott), die ebenfalls von sich behauptet, nicht zum Ruhrpott zu gehören, aber es trotzdem tut.
Denn wenn es aussieht wie Ruhrpott, ihm Ruhrpott-Verkehrsverband ist, riecht wie Ruhrpott und sich die Leut anhören wie Ruhrpott, IST es vermutlich Ruhrpott. Jaja, Rheinland, das sagen sie – ist aber halt nicht so.
Ab nach Düsseldorf, einen Alten Allgäuer zum Alt-Biertrinken in der Altstadt treffen.
Habe dann heute sehr alt ausgesehen, aber das ist ja nichts neues.
Aber der neue ALT-e Rekord ist schon mal recht hoch angesetzt…

Der Pott-cast:

Auf dem Pott. (Teil 1) – Die Ochsentour
Auf dem Pott (Teil 2) – Die getaufe Maus im Gespräch
Auf dem Pott. (Teil 3) – Münz – Star.
Auf dem Pott (Teil 4) – Strg – ALT – Entf

Und deswegen hier speziell für Robse:

Auf dem Pott. (Teil 3) – Münz – Star.

Soo, also, das Vorstellungsgespräch ist vorbei, und ich mach mich auf die Socken nach Münster (Westfalen) – ein schneller Kaffee am Bahnhof, und AB!
Schloss_Münster.jpg

Und dann langweilt man sich ja schon mal im Zug. Eine Stunde Zeit in der leeren S-Bahn aus dem Fenster auf Industriegelände und Schrebergärten zu kucken, mit folgenden Meditationsresultaten:

Ist der Ruhr-pott Gottes' Pott, und er greift gerade nach der Spülung?
Ist jede Audioaufzeichnung aus dem Ruhrpott, die im Netz veröffentlicht wird, automatisch ein Pott-cast?
Wenn es Städte mit Namen wie Nottuln - Appelhülsen gibt, bedeutet das dann, das der Mensch nicht spricht, sondern nur plappeprt?
Wer kommt auf die Idee für einen derart bescheuerten Namen?
Wer zieht dorthin? Und hat diese Person nicht vielleicht zuvor in Flöha gewohnt?
Wenn man dort wohnt, hat man dann Heimatbezug, oder einfach geographische Legasthenie?


OK, also, dann ist man in Münster, trifft SIE und schaut sich um.
Und wird sofort sauer.Vergleicht mal: wollt ihr lieber HIER studieren oder HIER ?? Na?
Geeenau, wir Onlinejournalisten werden in einem Stall gehalten, in einer öffentlichen Toilette abgespeist und habe eine Altwasserverwertung als Kaffeeautomat! Und das auch noch in Dieburg, zusammen mit Informatikern, um zu garantieren, das es da garantiert kein vielseitiges und lebendiges Campusleben gibt!
Es ist so UNFAIR!!!!!!
Unfair!

Unterhaltsames am Rande: Mir wurde gesagt, das Münster gar nicht im Ruhrpott ist, sondern im Münsterland und deswegen ein enormer Unterschied – vermutlich schämen sich die Ruhrpott-bewohner ihrer Pott-heit und versuchen, zumindest in den Randgebieten, zu leugenen!


Der Pott-cast:
Auf dem Pott. (Teil 1) – Die Ochsentour
Auf dem Pott (Teil 2) – Die getaufe Maus im Gespräch
Auf dem Pott. (Teil 3) – Münz – Star.
Auf dem Pott (Teil 4) – Strg – ALT – Entf

Auf dem Pott. (Teil 2) – Die getaufte Maus im Gespräch

So, und da war ich nun, in Essen. Und frohen Mutes, weil man ja mit dem „TomTom“ vom Lügenden Bayern überall hin kommt. Dann schaut man sich die geplante Route an, und folgt dieser mit der Bahn, um kurz danach durch die malerische Mathildenhöhe zu wandern.
Ja, so stelle ich mir den Ruhrpott im besten Falle vor: Alte Häuser (Gründerzeit, Gewerkschaftsrevolution, so in der Art) und Alte Bäume, ein Perfekter Ort für die Redaktion, in der ich mich rumtreiben will.
Bloß: wo denn nun?

Schlaue Planung, ich habe noch anderthalb Stunden, und das TomTom sagt mir, das es nur noch 450m sind.
Da erschreckt mich auch der Regen nicht, und ein Kaffee und ein bisschen Lokales Back-Gut kann auch nicht schaden 😉

Kurze Zeit später: Die letzte Etappe. Im Strömenden Regen, ohne Schirm. Wie ich dann vor der Redaktion steh, sehe ich aus wie eine getaufte Maus, oder, wer diesen Ausdruck nicht kennt, wie nach dem Wet-TShirt-Contest, oder wie der Depp, der dachte, das er es mit der LIane über den Fluß schafft.

OK, die Details des Vorstellungsgesprächs beschreibe ich irgendwann anders, aber zumindest kann ich sagen: Ich hab den Praktikumsplatz!

Aus diesem Grund wandere ich mich einem leicht euphorisch-debilen Grinsen aus der Redaktion . Und schaue mir auf dem Rückweg, den ich zwar größtenteils mit den öffentlichen bestreite, aber eben auch teilweise zu Fuß, Essen an. Und so sympathisch mir die Stadt auch ist, in diesem Momentanen Zustand, ist Babs doch das hübscheste Was sie hervorgebracht hat.

Ja, die Geheimnisse werden gelüftet: Die Blutlinie meiner besten Freundin entspringt nicht im Allgäu, sondern in Essen! Nun gut, der heilsame Einfluss des Allgäus ist da schon wesentlich, und wenn man es nicht weiß, dann merkt man es auch nicht… aber trotzdem..

Noch nen Kaffee am HBF in Essen, und die Dame hinter der Theke legt mir eine so genannten „Carrott Cake“ neben den Kaffee – finde ich freundlich, und dann probiere ich das Teil doch mal – die alte Erziehungsmaßnahme meiner Eltern, mir nicht alles in den Mund zu stecken , hat noch nicht gegriffen (und manchmal bereue ich das – insbesondere bei Sanitär- und Elektro-installationen, aber damit muss man halt leben….) und wenn in diesem Carrott Cake auch nur eine Karotte drin war, dann.

Und ich weiß wie Karotten schmecken, immerhin bin ich der Erfinder der legendären Karotten-Austern-Pastete (Karotten das man besser sieht. Austern, damit es etwas zu sehen gibt )

Und jetzt ab nach Münster, Schelly treffen!


Der Pott-cast:
Auf dem Pott. (Teil 1) – Die Ochsentour
Auf dem Pott (Teil 2) – Die getaufe Maus im Gespräch
Auf dem Pott. (Teil 3) – Münz – Star.
Auf dem Pott (Teil 4) – Strg – ALT – Entf

Auf dem Pott. (Teil 1) – Die Ochsentour

Es soll ja noch Zeichen und Wunder geben. Eines davon war der ausnahmsweise sinnvolle Tipp meines Mitbewohners, einen Zug früher nach Mainz zu fahren. Normalerweise sind seine Beiträge zum Gespräch immer von der Sorte „Wenn wir mit dem Reinigen lange genug warten, machen die Ameisen das für uns“.
Doch nein, diesmal hat er sich selbst übertroffen.
Die auf dem Fahrplan angegebenen 7 Minuten zum Umsteigen sind nämlich angesichts des Unternehmens und der Struktur des Mainzer Bahnhofs absolut utopisch. Also hat sich unser kleiner Zeitlupenbaer um 5 Uhr früh aus dem Bett gequält – was aber nicht so schwierig war, da ich vor Nervosität sowieso kein Auge zugemacht habe. Und nein, das ist keine Übertreibung – zum Zeitpunkt des Vorstellungsgespräches war ich bereits 28 Stunden ohne Unterbrechung wach. Ob das geholfen hat? Keine Ahnung, aber besser als nichts, oder?
Aber nach einer derartigen Nacht auf dem Bahnhof in Mainz zu stehen gehört nicht zwangsläufig zu den Höhepunkten meines Lebens. Der Bahnhof ist irgendwie kompliziert, verschachtelt und für meine morgendlichen Augen definitiv zu hell.
Nun gut, aber: Eine Regional früher gefahren, Zug erwischt.
Dann die Strecke am Rheinufer entlang gen Essen.
Die Loreley gesehen.
Ohne das Schild am unteren Rand hätte ich diesen übertriebenen Kieselstein nicht erkannt, aber immerhin.

1 Minute später säuselt mir eine blond gelockt, großbusige und Ausnehmend hübsche Junge Dame ins Ohr. Und ja, wäre ich Kapitän eines Schiffes gewesen, wäre das Schiff untergegangen. Aber ob die ertrinkenden Seeleute alter Zeit daßselbe Lied hörten? Auf jeden Fall, eine Walküre säuselte mir sanft und verführerisch ins Ohr.
„Fahrscheine, bitte.“


Der Pott-cast:
Auf dem Pott. (Teil 1) – Die Ochsentour
Auf dem Pott (Teil 2) – Die getaufe Maus im Gespräch
Auf dem Pott. (Teil 3) – Münz – Star.
Auf dem Pott (Teil 4) – Strg – ALT – Entf

Morgen. Würmer. Vögel.

Ich habe gerade an die alte „Weisheit“ gedacht:
Der Frühe Vogel fängt den Wurm.

Aber hat man dann nicht am Ende des Morgens nur einen Wurm im Mund ?

Der kleine Knoten

Der kleine Knoten war sein Schicksal. Da ich ja am Montag mein Vorstellungsgespräch bei der Photographie in Essen habe, denke ich in einer ruhigen Minute: Hohlst du die Krawatte aus dem Schrank.
Erster Nachteil: Jetzt fliegen die Schlittschuhe wieder in der Gegend rum, die hatte ich damit nämlich zusammengehalten…
Dann: Beratung, welcher Knoten. Die Grinsekatze meinte dann: den einfachsten, und sie würde auch nur einen können, und der wäre immer Schief. OK, denke ich mir da, selbst ist der Mann und gestern waren die Bretter des Lügenden Bayern ja auch in Rekordzeit an der Wand (auch schief, aber was soll’s) – da kann doch eine Krawatte nicht so schwer sein.

Weit gefehlt.

Das Einzige was daran nicht so schwer ist, ist das Verständnis, warum sich Bondage nicht wirklich auf breiter Basis durchgesetzt hat. Nach zwei Ohnmachtsanfällen wegen Selbststrangulation (Nicht nett. Wenn ich hingerichtet werden sollte, hoffe ich auf was anderes als den Strang – ich weiß zwar nicht was, aber nicht das!)

Zurück zum Thema:
Was tut der Onlinejournalist von heute in diesem Fall? Genau, wenn wir nicht weiter wissen, Wikipedia und Google. Also erstmal Gelesen, was die Wikipedia über Krawatten sagt: HIER. Weiter verzweifelt, als ich den Artikel über Krawattenknoten gefunden habe: 20 Variationen, und ich sehe keinen Unterschied!!!

OK, eine herausgegriffen, nochmal selbst Stranguliert, aber jetzt ist die Krawatte gebunden. Ob isch der daraus resultierende Sauerstoffmangel im Gehirn beim Vorstellungsgespräch bemerkbar machen wird? Und ist es korrekt, mit einer Krawatte die Verletzungen abzubinden, die man sich beim Binden der Krawatte zugezogen hat? Und wenn ich Shakespeare auf dem Desktop habe, darf ich dann auf dem Tisch VOR dem PC überhaupt Byron lesen? Fragen über Fragen….

sonett 128

Trauer.

Die Guten sterben jung.
Ciao Anna …

Anna Nicole Smith

Was hat die eigentlich in den letzten 10 Jahren getan?

Einatmen. Husten. Gähnen.

Genug geatmet.
Nach der Extra-pause die letzen paar Tage ist es an der Zeit, sich wieder ins Leben zu stürzen – und so beginne ich diesen Tag, indem ich eine liebe Kommilitonin zu Frühstück und Foto eingeladen habe – danach Arbeit, Fitnessstudio, Bier mit dem lügenden Bayern.
Aber zuerst muss ich mal wach werden…

2006_06_14_pat_269

Mein Leben in DIN A6 (105mm × 148mm)

Hier sitze ich.
Ich warte auf einen Balken, der von Links nach Rechts wandert.
Und sonst tue ich nichts.
Nichts.
Alle Tätigkeiten sind hier virtuell.
Ausschließlich virtuell.
Ich bin überzeugt, das ich eine höhere Form der Vernunft entwickelt habe.