Die unwichtigsten Vorkommnisse 2007

Ich will gerade für den lügenden Bayern das Geburtstagsgeschenk organisieren – ein Wein aus dem Jahre 78. Der kam in die Flasche, wie der Ferdl das erste Mal an die Flasche kam, sozusagen. Und schreibe eben per Email einen Weinhändler an, ob er denn einen aus dem Jahre 78 hat. Die lakonische Antwort: (und das war die gesamte Mail)

1978 oder 1878 ?

Irgendwie ist mir das Wein-Gewerbe unheimlich.

Fotokunst : Zum Brüllen! Vor allem dieser Wunderbare Schatz: „“Ich mach jetzt was fotokunstmäßig“ Und das ist dann das einzig zutrreffende Attribut „mäßig“. Danke, Hr. Dollinger – ich bin wiehernd vor dem Bildschirm gelegen!

Naja, zusammengefasst, ich habe dieses Jahr als geplagter Spielball von Redakteuren, Kommilitonen, Rheinländern und dem Schicksal verbracht. Der zugehörige Test stimmt mir zu:

I am 81% Tortured Artist.
No one gets me! And won't until I am dead!

Angst, and bitter resentment drive me to create works that not a single idot will ever come close to grasping. Ah, the raw and unforgiving statements that bleed from my soul are so misunderstood.

Und wo ich jetzt im Ausland war, habe ich meine Dialekt ja auch stark eingeschränkt: „ebs“ = „etwas“ , „scho“ = „Leck mch am arsch“, „nab“ = hinunter“ , „nüf“ = „hinauf“, „Wos?“ = „Wiebitte“ – damit sind Rheinländer und sonstige Preißn schon überfordert… Und (mitgezählte) 342 mal den Spruch „Deutsch ist ja nicht deine Muttersprache“… Ja, das Praktifanten-leben ist ein hartes.

Dazu hat mich mal wieder die Listen-Krankheit erfasst. und zwar Alben. Momentan die 10 Besten (nicht Geordnet), die sich jeder sofort bestellen kann – das sind die, die ich mitnehmen würde auf die Insel. Ja, auch nach England, bevor dumme Fragen kommen 😉

Nick Drake: Five Leves Left (Danke Flo)
Sidsel Edriksen und Bugge Wesseltoft: Out here, in there
Sting: Songs From The Labyrinth
Otis Taylor: Truth Is Not Fiction (Danke Elmar)
Keith Jarrett: Koeln Concert
Damien Rice: 0
Dr. John: Desitivly Bonnaroo
Joe Jackson: Afterlife
Queens of the Stone Age: Songs For The Deaf (Merci, Luis!)
Tomahawk: Anonymous

Ach ja, und der Grund der Blog-pause ist schnell erklärt: Ich bin ein plappermaul!
Denn es war geplant, den lügenden, aber selten bloggenden Bayern zu überaschen. Geburtstag und so. Und ich hätte mich verplappert. Und jetzt bin ich nach einer Ochsentour im Allgäu, aber davon demnächst mehr…

Schrubb-Schrubb, Brumm Brumm und Hust-Hust

Drei Sachen geben mir zu denken, und es ist noch nicht einmal Morgen:

1) Das Schrub-Schrub
Warum ist es in den Augen der Essener Stadtwerks-Schauspieler (die tun nur so als ob) nötig, die Straße vor meinem Schlafzimmer, die normalerweise totenstill ist, um 6 Uhr morgens mit einem dieser Hochdruck-Kehr-Maschinchen zu reinigen. Kennt ihr die? Mit dem nervigen Gelben Lichtblinker, der ästhetischen dreckig/Orange-Beschichtung und dem winselnden Kompressor, der verzweifelt versucht, die Kaugummireste, Zigarettenstummel und allgemeine Ruhrpott-Schäbigkeit wegzu-“kärchern“. Und das eine Stunde, bevor ich aufstehen will. Und ich frage mich: BRAUCHTS DAS????

2) Das Brumm-Brumm
Das Die Werbebranche nicht immer mit einem vollen Blatt spielt wissen wir. Auch das die Gewaltproblematik als Thema auf dem Tisch ist. Aber warum macht dann eine Bekannte Heimwerker-Markt-Kette Werbung: „Ein Haus voller Geschenke“. OK, denke ich mir, ist ja schon nett. So blauäugig, das ich glaube, der Kunde würde beschenkt werden bin ich mittlerweile auch nicht mehr. Aber: Warum ist das zentrale, mittlere Geschenk in der Mitte all der anderen Geschenke eine KETTENSÄGE!
“Hey, Schwesterchen, Frohe Weihnachten!“ KREIIIIISCH!
“Hallo Opi! Frohes Fest!“ FLAAAAAAARRRRRRTSCH!
Weihnachten ist hart genug – da brauchen wir nicht noch das Psycho-Massenmord-Equipment als Plakatwerbung!

3) Das Hust-Hust
Und was mir noch zu denken gegeben hat: Ich will mir Tabak holen. Ich schleiche in den Tabakladen, der auf der morgendlichen Kriechspur zur Tram-Station ist.
„Morgen. Zweimal Madura Leaf bitte.“
„Haben wir nicht da, aber kommt Donnerstag wieder rein“
„Hm, Schade.“
“Ja, sie sind der einzige im Viertel, der diesen Tabak raucht, wir haben den immer für sie bestellt.“
MOOOOOMENT MAL!
Ich bin 2 ½ Monate in einem Stadtviertel, und bin schon privilegierter Sonderkunde im Tabakladen?
What the fuck!!!!!
Das gibt mir echt zu denken – weil ich a) noch bei anderen Tabakhändlern Kunde bin und b) vielleicht zu viel rauche….

Der Endspurt zum Endspurt.

Der Endspurt steht an!
Nachdem andere schon fertig sind oder bald fertig werden, geht es auch bei mir aufs Ende zu. Jetzt geht dann erstmal die typische Endjahres-Ochsentour los, nur diesmal ohne Abstecher nach Dresden. Eigentlich will ich mich ja nicht beschweren, aber das hoch und runter und hin und her, dazu eine Wohnungssuche (Brrrr….), ein Praktikumsbericht (Vielleicht hier im Blog? Liest ja eh keiner aus der Redaktion, gell, Sibi? Blogger und so.), die Kamera , Photosessions, Nebenjobsuche…
Hach, das Leben ist eins der härtesten. Aber wenigstens habe ich den passenden Laptop für meine Vater gefunden. Man muss auch für kleine Sachen dankbar sein, habe ich mir sagen lassen. Und da wir uns ja der Zeit unmässiger Gier nähern, könnte ich eigentlich standardmässig bei jedem Beitrag auf meinen Amazon-Wunschzettel verlinken. Mache ich ab dem nächsten Beitrag, versprochen!

    How To: Tie a Tie in Under 10 Seconds : Danke, liebes Internet! Diese Krawattentechnik sollte es sogar mir erlauben, den einen guten Knoten, den ich bei meiner geschafft habe, auch mal zu l�sen.

P.S. : Heute das erste mal für einen Blogbeitrag den Duden konsultiert. Da sag noch einer, Praxiserfahrung bringt nix! Sofort auf die Amazon-Wunschliste gesetzt!

Und wenn man schon nicht mehr daran geglaubt hat…

… passiert es endlich!
Nach 4 Jahren Überzeugungsarbeit hat mein Vater einem Notebook zugestimmt! Entweder wird er im Alter weicher, oder der andere Rechner ist einfach zu miserabel – was sehr gut sein kann. Es liegt sicher nicht an meiner Überzeugungsarbeit – wenn ich meine Vater leicht überreden könnte, wäre vieles nicht so wie es ist – ich wäre zum Beispiel mit 16 nach Paris ausgewandert und hätte meinen Bücherladen eröffnet. Oder mit 8 die Tierarztpraxis. Das heißt, das bald eine der Personen, für die dieser Blog eigentlich geschrieben wird, auch regelmäßig liest. Nach über 700 Artikeln wird’s auch langsam Zeit. Yaaay! Endlich jemand zum Chatten während der Vorlesung… 🙂

Jetzt ist bloß die frage: Welchen Schleppi? Evtlk einen Mac, aber die sind so Sch*** – teuer.

Schreiben und Prostitution

Heute sollte ich einen Kalender beschreiben – Ars Vivendi, Titel „Schreiben“. 12 Bilder, die meisten OK, rund um das Thema „Schreiben“. Und ich hatte so einen schönen Teaser:

Der französische Dichter Moliere hat gesagt „Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld“. Bevor es soweit ist, sind hier noch 12 Bilder von bekannten Fotografen zum Thema versammelt. Schreiben. Ars vivendi, 46 x 47 cm, 27,– Euro

Ist aber nicht durchgegangen. Die nächste Möglichkeit war:

Von der Geburtsurkunde bis zur Grabinschrift – die Schrift begleitet uns das ganze Leben. Ars Vivendiu hat einen Kalender dazu herausgebracht, ….

… ging auch nicht durch. *Schnief* Ich versteh Karl Kraus immer besser.

      20 Photographs Taken at the Exact Right Angle : Manche Bilder sind Glück, manche vielleicht auch geplant. Doch eins ist sicher: Wenn Winkel und Zeitpunkt passen, kann sonst nicht mehr viel schiefgehen. Hier ein paar Beispiele.
      Iceland best place to live : Tja, und Ina wollte da ja hin. Scheint empfehlenswert zu sein, da ich mich gerade mit einem Kollegen unterhalten habe, der meinte, das Dubai eine einzige Riesen-baustelle ist.

Bild und Link


    Scarlatti : Der Bloggende Prof, jetzt mit fertigem Design. Imer lesenswert, unter anderem Wegen den Titel: „Cryinig in restaurants XIII“. Wenn ich jemals bei ner richtigen Zeitung bin, bringe ich das irgendwo als Überschrift auf die Titelseite.

Magnus-Watschen

Dummheit ist auch nicht mal mehr was sie war, aber der Schwanzgrößenvergleich bleibt bis ins hohe Alter!
Schön demonstriert das gerade Hans Magnus Enzensberger, Ex-Allgäuer und moralisches Gewissen der Nation. Das muss er tun, da Günnie Grass ja nun gezeigt hat, das er sich mit der Pfeife mühsam den Hitlergruß zum Zeigefinger des sozialen Gewissens umgeschult hat. Und jeder, der ihm seine Unschuld nicht glaubt, wird verklagt.

Zurück zu Hansi.
Der Sagt doch, das Intelligenztest dumm seien, das es 109.000.000 Tests im Internet gibt. OK, wie das mit Begriffsnennung und tatsächlichem Treffer funktioniert, muss er ja nicht verstehen. Er ist ja schon intelligent. Behauptet er, und wenn er sagt, das er in Google „Intelligenztest“ eingegeben hat, und das die Zahl dann die Summe der Test ist…. Naja, ist halt schon älter, und wie gesagt: Er muss es nicht verstehen.

Was ich aber im Gegenzug nicht verstehe, ist sein intellektuelle Hose-runter-lassen. Dieses akademische Backen-Spreizen. Weil Hansi, sind wir mal ehrlich: Du würdest dich nicht so über diese Intelligenztests aufregen, wenn du sie mit akzeptablem Ergebnis abgeschlossen hättest.