Working Blues, Woche Eins

So, und jetzt ist sie um, meine erste Woche in den Klauen des Proletariats in der Arbeiterklasse in meinem Ferienjob. Und das Resümee:

Ich bin jung und brauche das Geld.

Aber jetzt zu den Details: Nachtschicht ist nicht so lustig wie es sich anhört, und erotische Nachtschwestern in viel zu knappem Schwesternoutfit sind erst ab Donnerstag zu erwarten, weil sich da der Schlafentzug in Halluzinationen bemerkbar macht. Die Arbeit als solche ist langweilig, dafür braucht man nicht so oft auf die Toilette. Wenn sich das jetzt komisch anhört: Es ist halt so. Bei 34° C in der Fabrikhalle schwitzt man alles an Flüssigkeit aus (auch wenn man, so wie ich, in der Schicht ca. 3 Liter Wasser zu sich nimmt), und die Pissoirs (Pissoire?) trocknen aus.

Mitarbeiter: Sind entweder seltsam oder komisch. Beispiele: Der Helfer von der Maschine nebenan: Getrieben von einer unbändigen Arbeitslust, die auch durch die Realität und die Nutzlosigkeit der Arbeiten nicht zu bremsen ist. Da ALLE anderen eher auf Hillibillie-Prinzip arbeiten (Wenn es nicht regnet, brauche ich kein dichtes Dach, und wenn es regnet kann ich das Dach nicht reparieren…) und dieser eine sich eben daran aufreibt. Naja, wenn er will. Der Helfer der alten Druckmaschine: Ein Schwäbischer im Allgäu, mehr sage ich dazu nicht. Der Maschineführer meiner Maschine: Aua. Hektisch bis sonstwohin, aber mit der Art von Hektik, die sich in Sinnlosigkeit und Magengeschwüren erschöpft. Spitzenleistungen zur einen Zeit, Stundenlange Wartezeiten danach. Und weil er sich auf eine sehr seltsame Arbeiterethische Weise zwischen „Ist mir alles egal“ und „Die Firma ist mein Lebensinhalt“ bewegt, vermute ich , das es noch ca. 3 Jahre zum ersten Magengeschwür sind. Aber das soll mcih nciht stüöhren, ich mache das so wie ich denke. Und da ich keine Zwanzig Minuten brauche, um die Schichtpläne, Arbeitsanweisungen und weiter Schriftstücke zu erfassen, fühle ich mich davon nicht sonderlich animiert.

Und heute Nacht (Nach der Sechs-Tage-Woche) werde ich einen siebten Tag einlegen, und zwar mit Ingo an der Kaschiermaschine. Denn, wie es schon in der Bibel steht: An Sechs Tagen sollst du arbeiten, und am Siebten das machen, was du an den Tagen zuvor nicht geschafft hast. Johannes: Unterhaltsames Persönchen. Das Setting: 4 Uhr früh, der Vizechef kommt in die Firma, um nach einer Reise zu einem Kunde etwas abzuhohlen/ ins Büro zu bringen. Ingo steht vor der Halle beim Rauchen, in nicht vorschriftskonformer Kleidung, und was macht er, wie er den Obermacker ankommen sieht? Anstatt das er sich hinsetzt, die Kippe wegschnippt und sagt „Mir wurde schlecht, brauche Frischluft“ oder, was bei diesem Vorgesetzten auch Problemlos möglich wäre, sich auf ein „Guten Morgen“ beschränkt, nimmt Ingo Alternative nummer drei, und läuft zum Hintereingang. Und zwar an der Beleuchteten Glasfront der Fabrik vorbei. Rennt weg wie ein Kind, das Oma’s Vase zerbrochen hat. Was lernen wir daraus? Jede Sozialstruktur ist wie eine Nahrungskette. und in diesem speziellen Biotop gibt es ein Häschen, das nur vom Fluchtinstinkt beherrscht wird und diese Hässchen heißt Ingo.

Life Goes on

So, und jetzt ist eins der schlimmsten Sachen behoben, die mir zustoßen können (ich verweise auf die Abizeitung) – ich hatte nur ein Modem. Jetzt aber, Arcor sei Danke, DSL 2000, und ich sag das mal so: Schweinkram aus Acht gelassen, nur Fliegen ist schöner.

Und bevor ich jetzt zuviel Sage, hier ein paar Bilder einer Kommilitonin (Nächster Beitrag, und das werden dann noch mehr)

Working Blues, Teil Zwei

Manche Betriebe bieten ein tolles Klima. Andere Tolle Mitarbeiter, mit Abstrichen. Und wieder andere beschäftigen mich. Und zwar die, wo man einen Teil der Mitarbeiter hat, die einfach nur noch peinlich sind, und eigentlich deportiert gehören.

Beispiel Eins: Typ „Engagierter Arbeiter“, dessen Leben sich um die Arbeit dreht. Er ist der feuchte Traum des Sozialistischen Bildes des Ausbeuters. Arbeit um der Arbeit willen, und auch wenn er in der Heirarchie ganz unten steht, analysiert er mit dem messerscharfem Blick des Hauptschulabsolventen und Bildzeitungslesers, dass der Chef zu viel verdient, weil ja in seinen „erfahrenen Augen“ Umsatz das Gleiche wie Gewinn ist. Das so jemand den ernst der Lage immer sofort erfasst und weder vor vorausschauendem Gehorsam noch rechtschaffenenr Empörung halt macht, kann man sich denken.
Und davon heute ein Beispiel: Ein Müllbehälter ist voll. Besagter Mitarbeiter markiert diesen als nicht geleert mit der Begründung: Der Container im Hof ist voll. Ein anderer Mitarbeiter (OK, ich) reagiert darauf mit einer zweiten Nachricht unter der Ersten: „Danke für den Hinweis. hätten wir sonst niemals be“merkel“t. “

Und was tut besagter Knochenarsch-mitarbeiter? Meckert mich an, und zwar unter anderem mit folgender Formulierung:
So verhält sich ein Gast nicht!“ und wenn ich ein Problem damit habe, dann können wir ja sofort zum Oberchef gehen, und sowas läßt er sich halt gleichmal garnicht gefallen. Wenn er sich die Mühe macht, das draufzuschreiben (4 Worte sind „Eine Mühe“ – wieso bezahlen wir Hauptschulen von den Steuern? Die Bringen ersichtlicherweise garnix!) und ……

genau da habe ich ausgeblendet – das war mir dann 30 Minuten nach dem Aufstehen zuviel. Da hatte ich aber schon Sodbrennen, und deswegen war die Schicht dann auch relativ versaut. Und bis dahin bleibt nur zu erwidern:
a) Doch, Gäste tragen zur Unterhaltung bei.
b) Gehört ihm der Betrieb? Soweit ich mich erinnere, hat der Besitzer und die Teilhaber Hausrecht, und da ich genauso angestellt bin wie er, nur nicht so lange (und auch nciht mehr so lange wie er, da ich mit meinem Leben was anfange, ausser mir Urlaubstage auszahlen lassen), hat er ungefähr soviel Hausrecht wie das gelbe Zeug, das an dem Lösemitteleimer klebt. Oder wie ich.
c) Wieso gibt es Leute, die aus allem einen Eklat machen müssen, niemals bei irgendwas „Pfeif drauf!“ sagen und generell un-locker sind? Eine Scherz nicht als Scherz erkennen? Auch in jungen Jahren unerträglich sind? Borniertheit von der Wiege an? Und wenn man diese Leute identifiziert, sollte man diese nicht besser an irgendeinem Ort versammeln? Vielleicht Australien?
d) wer keine Bildung besitzt, nichts liest, Ausländerfeindlich („Du weisst schon, was ich meine…“) ist, offensichtlich das Proletariat „Scheiße“ findet, weil er alles Scheiße findet, was er oder sie nicht kennt, und wenn überhaupt seine Informationen aus der Bildzeitung bezieht, der sollte vielleicht einfach als Verhaltensmaxime „Schnauze halten“ in Erwägung ziehen.
Beispiel Zwei: Gibt es die Tage – Der unfreiwillig unterhaltsame zugewanderte Dummschätzer.

Randale!

Wer hat Lust, mit mir zusammen eine Geschmackspoliziei zu gr�nden? Wir sind lustig, freundlich und tolerant, und wer auch immer in einer Band Klassiker schlechte Coverversionen produziert und so tut, als w�re das neu, dem Rei�en wir den Arsch bis zum Stehkragen auf, verwenden den von W�rmern abgefressenen Sch�del als Aschenbecher und belasteten die Kreditkarte des Sterbenden mit Vertr�gen bei O�, um ihm auch das Leben nach dem Tode zur H�lle zu machen.

Die Aktuelle Top5 – Opferliste schlie�t ein (ist aber nicht begrenzt auf)

  1. Black Eyed Peas – Masquenada (Evtl in diesem Falle den Ghetto-style der Band als Hinrichtungsthema verwenden. Oder eine Zeitmaschine erfinden und sie in ein Richitiges Ghetoo verfrachten. Das mag sich hart und geschmacklos anh�ren, aber habt ihr den Song geh�rt?)
  2. Die Band, die vor ein paar Jahren „Stairway to heaven“ als Rap gemacht hat. Jungs, passt auf, wenn ich euch zwischen die Finger kriege, dann schepperts! Und zwar nicht auf die Gute Weise. F�r jedes „Yo!“ im St�ck wird euer Fast-Kadaver 100km auf der A6 geschleppt. Mindestens. Und bei Tankpausen vermiete ich euch als St�ckchen zum Bein-heben f�r Hunde!
  3. Robbie Williams – Wer sich mit der Presse anlegt, der hats nciht bessert verdient. In diesem Fall aber eine Leichte Strafe: Wir verheiraten ihn mit Britney Spears.
  4. Madonna – American Pie h�tte sie nicht tun d�rfen. Ab sofort Make-Up-verbot und keine Chirurgischen Hilfen mehr.
  5. Michael Jackson – Mu� man da noch was sagen?

Jetzt mal ernsthaft: Gibt es noch innovatrive oder wenigstens echte Musik in den Charts? Ist noch einer von denen F�hig, eigenes zu vollbringen? Zwischen Tokio Hotel, Black Eyed Peas und dem restlichen Schmarrn ist es nicht mehr weit zur v�lligen Verbl�dung, und/oder einer Gepflegten Selbstverst�mmelung….

Wahlnamen und Damenwahl

Tycho Bartholomäus Friederich Beier – so soll er mal heißen, mein Sohn. Sollte ich jemals einen haben. Das mag jetzt etwas skurril erscheinen, aber:

  • ich habe mit meinem Vornamen gelitten, da soll es meinem Son nicht anders gehen!
  • alle Beiers hießen Friedrich oder Fritz im Vornamen, nur ich wurde mit einem doofen „Thomas“ abgespeist.

und wenn sich jetzt jemand denkt, das ich das nicht e´so laut rumposaunen sollte, weil ich es dann sofort vergessen kann, mich fortzupflanzen ,dann mag er oder sie damit recht haben. Aber ich hoffe nach wie vor auf eine Frau mit Humor. Vielleicht wird ja das Date am Samstag was. Vorrausgesetzt, ich schaffe es, nicht wegen der Übermüdung durch die Arbeit komplett wegzupennen……

Happy Birthday!

So, und jetzt einfach mal am Rande: Ein Lautes Alles Gute zum Geburtstag!

Claudi! (Fernfieber)

Stefan! (Der Bibber, der Alte!)

Chris! (Stancin)

Christian! (Mein Mitbewohner. Räum endlich den Flur auf!!!!)

Grünzeug 05

Bambi lernt laufen…..

OJ, die coolen aus Dieburg, das L�rmsemster – das sind wir. Und da wir ja Onlinejournalsiten mit Web2.0 Affinit�t sind oder wenigstens irgendwann sein wollen, wenn wir Medienrecht, Technophobie und die Stricke der Pr�fungsordnung bezwungen haben, bloggen wir in der Zwischen-zeit. Die Gr�nde NICHT zu blogen interessieren uns nicht, die Technick erst recht nicht, und trotzdem: Wir bloggen mit Herz und Verstand. Typisches gefasel, sagt jetzt der eine, und er h�tte recht. Der andere Sagt „Schadnix!“ und h�tte ja auch recht, das Lesen ist ja auf eigene Gefahr.

Pia. Nicht nur, das bei dieser Hinter, �h, Odenw�lderin relativ viel passiert, es wird auch demn�chst einen Stapel Bilder von ihr geben!Und zwar hier, und vielleicht geistern diese Bilder ja dann durch die anderen Jahrgangsblogs.

Ferdi l�gt manchmal. Aber lustig. Pf�lzer halt.

Claudia – Hat das Fernfieber und schl�gt sich aus monet�ren Gr�nden mit Kindern rum.

Jenson – Macht selten was. Wenn, dann aber gut.

Julia – Wandelt auf der Linie, aber schreibt gut.

Karresta – Schreibt selten, aber intim. Bilder gabs von dieser Dame schon….

Sina – Wohnt neuerdings bei mir um die Ecke, und sch�mt sich f�r Betrunkene Freunde.

Tim und Chris sind seltsam.

Der Prof – hat mehrere Blogs, und Scarlatti ist nur eben einer davon.

Michelle kommt langsam ins schreiben, wenn sie sich nicht in Discos rumtreibt.

Annika! Hat freie Gedanken, und den Offensichtlichen Witz �ber leute aus dem Osten mache ich jetzt mal nicht.

Karin! Schreibt auch.

Damian! ist halt, naja, Damian….

Das Zweite Semester!

Und noch ein Kommilitone bloggt:

Stefan H. und f�r die Lange und die Weile sind seine Kommentare zu italienischem Essen und feuchten Kellern gedacht.

werden langsam einige im Studiengang – und ich war der erste. Habe dadurch leichte „Vatergef�hle“ gegen�ber denen, die sich durch ihre erste Konfigutration durchw�hlen, zum Beispiel. Oder die die Eintragsfrequenz auf einmal im Monat schieben. Ist ja auch niedlich wie manche mit der Technik k�mpfen, oder zeigen, wie wenig sie im HTML-kurs letztes Semester aufgepasst haben. (Und wenn diese Herablassende Art nicht ein Paar Kommentare herausfordert, dann wei� ich auch nicht weiter. Kommentartechnisch geht ja zur zeit garnix.)

Ihr da oben – ich hier unten

Also, wer dieser Tage im Allgäu in einer nichtklimatisierten Fabrik arbeitet, hat mein vollstes Mitleid.
Da ich das gerade tue, bemitleide ich mich auch selbst, aber das ist ja nix neues.

Panorama - Allgäu 1

Ernsthaft: Die Arbeit, die letztes Jahr OK war, geht mir dieses Jahr tierisch auf den Senkel. Vielleicht liegt es an dem Maschinenführer (Typ: Muslimischer Jerry McGuire – hektisch und unbeherrscht, dazu „un peu retarde“) , am Wetter (32° in der Halle. Das ist ernsthaft bösartig, bei solchen Temperaturen zu arbeiten. Man trinkt so im Schnitt vier Liter pro schicht, aber geht nur einmal auf die Toilette…) oder an der Nachtschicht, die zwar Finanziell gut zu Buche schlägt, aber sonst das gesamte Leben zerstört. Abends arbeitet man (geht um 10 Los, das heißt ab Neun Uhr Kann man nix mehr machen) und soziale Kontakte sind vielleicht noch nach der Schicht mit „Der Gosch'“ möglich, da sie Frühaufsteherin ist. Sonst aber nicht, weil in Kemptn ja auch niemand mehr ist. Und den Rest des Tages versucht man, in dieser Affenhitze an Schlafminuten zusammenzukratzen was man kann. Bin am Überlegen, ob ich die vollen acht Wochen mache, oder vielleicht zwei Wochen früher das Handtuch werfe.

Alles sehr unlustig, momentan.

2006_07_01_kempten_06

Ich liebe Blogs

„…. Ich liebe Blogs. ich lese im Internet fast nichts mehr anderes. Ein Internet ohne Blogs fände ich entsetzlich. Ich mag ihre Kultur, ihre Vielschichtigkeit, ihre Intimität, dass sie klein sind und geschrieben werden um des Schreibens willen. Ich finde Blogs grossartig und glaube, dass diese Eigenschaften der Blogger, es für sich und andere zu tun, das wirklich grosse Ding ist, das Menschen mitziehen kann. Auf kleinster Ebene, irgendwo zwischen Gespräch am Lagerfeuer und Gig in einem finnischen Club. Es ist ein System, das aus sich selbst lebt. (…)

Es bekommt schlagartig seine Tücken, wenn es kommerziell betrieben wird. Die können natürlich von Blogs eine Menge in Sachen Kommunikation lernen und übernehmen, keine Frage, das kann auch erfolgreich sein, aber alles andere wird an wirtschaftlichen und kulturellen Hürden scheitern oder so grosse Probleme bereiten, dass es wenig Sinn macht. Die verachtung der Leser, indem man ihnen was von “Aussen” reindrückt, bringt keinem was, und was ich nicht verstehe und letztlich auch verabscheue, sind die Scharlatane des Blogbusiness, die meinen, man könnte die Nähe zwischen leser und Schreiber irgendwie verticken. Wenn etwas geht, dann ist es eine Art Kreislaufwirtschaft oder Deals wie bei Mac Essentials. Aber die verlangt Vertrauen in Blogs und ihre Leser, und nicht das Arschkriechen bei “Partnern” aus der Wirtschaft, die sich bei ihren AGBS einen Dreck um geltende Gesetze scheren und Schleichwerbung als tolle Sache sehen.“

Don alphonso sagt, wie der hase läuft.