Der Gute Mensch von Nairobi

Textwerkstatt, eine Vorlesungseinheit Zeit für einen Kommentar.
Go gebündeltet Scheiße:
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Bono macht T-Shirts, die pestizidfrei hergestellt werden. Er handelt durchaus
ökologisch bewusst, auch wenn er selbst mehr fliegt als die gesamte Bevölkerung in Nord Kenia.
Doch es geht nicht darum, tatsächlich etwas zu tun, um das Menschengeschlecht vor der Ausrottung zu bewahren, sondern darum einen Mehrwert anzuhäufen. Der hemmungslose Kapitalismus lässt das Fähnchen der ökologischen Moral im Wind flattern.

Denn fühlt sich nicht jeder Mensch besser, wenn er gutes tut? Und sei es auch nur beim Bauern um die Ecke zu kaufen. Welche Ecke das ist: in Berlin, in Chicago, in Paris und Mexiko City, darüber denken wir nicht nach. Der Großteil der Menschen lebt ja nicht auf dem Land, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und sich neben dem Aldi-Süd-Markt eine Wiese mit glücklichen Kühen in eine malerische Landschaft schlängelt.

Es ist ja nicht so, als würden wir alle Biogemüse eklig finden, Vollmilchkälber als verwerflich erachten und Fair Trade-Produkte aus nationalistischen Gründen ablehnen. Wir haben nichts dagegen aber wir können es uns nicht leisten. Solange Merkel und Kohorten die Lobbystarken Industrien dabei unterstützen, die Arm/Reich-Schere weiter auf zu ziehen,
wird der Großteil der Bevölkerung mit einem „Schön-wär’s“- Grinsen am Wochenmarkt vorbei zu Aldi gehen.

Die, die es sich leisten könnten, wollen es sich nicht leisten. Der halbwegs mündige Bürger wird spätestens beim Anblick der Glas-Container an jeder Ecke eine starken Widerwillen gegen staatlich geförderte und moralisch subventionierte Projekte entwickeln. Ganz zu schweigen von der nicht vorhandenen Transparenz in der Herstellung von Bio-Gütern. Denn ob Baumwolle Bio ist oder nicht, entscheidet der Hersteller. Denn was ein Pestizid ist und welches keines ist, entscheidet eben nicht Bono, sondern die Agrarlobby der Herstellerländer. Und die beiden größten Hersteller von Baumwolle – USA und China – sind ja nicht gerade die Vorreiter des Klimaschutzes.

Aber was will man erwarten in einem Land, in dem bei einer Vogelgrippe Autos desinfiziert werden? Wir machen trotzdem mit, schließlich sagt es immerhin Bono, und der muss es ja wissen
– als leidenschaftlicher Lederjackenträger, der so freundlich lächelt.

Bafög

Ein Student telegrafiert nach Hause: „Wo bleibt das Geld?“
Antwort vom Vater: „Hier…“

Bafög ist mal wieder knapp diesen Monat…aber dafür ist der Wein da, und dann lernt man wesentlich besser.

Abgabetermine

Gilt auch für Studenten, PR-menschen und Journalisten 😉

[…via: Photoshopblog…]

Das Raum-Zeit-Kontinuum innerhalb von Agenturen unterscheidet sich stark von der »realen« Welt. Inspiriert von diesem Blog-Eintrag möchte ich meine eigene Definition der Zeit vorstellen.

Kundenfrage: Wann wird das Projekt fertiggestellt?

Antwort des Designers mit Übersetzung:


Ich hoffe, am [beliebiges Datum]
: Niemals

Kurz vor Launch: Kann man ja drüber streiten, wann der ist

Es steht auf meiner ToDo-Liste
: Noch zwei, drei Monate

Zum Abnahmetermin
: Etwa drei Wochen später

Heute noch: Innerhalb der nächsten Woche

Es ist gleich fertig
: Jedenfalls bald, ich habe Photoshop schon geöffnet

Augenblicklich, unverzüglich: Noch zwei, drei Stunden… bis zum Entwurf! (da steht der Kunde aber schon im Büro 😉 )

Zum entsprechenden Termin
: Termin? Welcher Termin?

Die Deadline wird nicht überschritten:
Was sind schon Deadlines?

Der Kollege ist im Urlaub, auf Schulung, wurde entlassen: Rufen Sie nie wieder an.

Gewissensfragen

Ich habe zwei ausrangierte Blumenkästen auf meinem [tag]Balkon[/tag]. Mit Erde drin, und sonst nicht viel – die sind noch vom Vormieter, und ich habe die [tag]Dinger[/tag] noch nicht entsorgt. OK, ich bin faul, verklagt mich doch.
Das wäre jetzt keine Neuigkeit, aber:
Wie ich heute beim morgendlichen [tag]Kaffee[/tag] meine [tag]Email[/tag]s abrufe, sehe ich ein [tag]Eichhörnchen[/tag], das darin etwas vergräbt – vermutlich Nüsse, und die offensichtlichen [tag]Zweideutigkeiten[/tag] werde ich jetzt nicht bemühen. Die [tag]Frage[/tag] ist: Soll ich diese Kästen, wie geplant, bei der nächsten [tag]Sperrmüll[/tag]-Abholung weghauen, oder soll ich sie so stehenlassen, um das (nebenbei sehr niedliche) Eichhörnchen vor dem [tag]Hungertod[/tag] zu bewahren?

Ich meine, im Zuge meiner momentanen „Back to the Basics“ – Anschauung meines [tag]Lebensraum[/tag]s ist sowas halt ein Absolutes Rotes Tuch – nutzlos, nimmt Platz weg, ist [tag]hässlich[/tag] (Mausgraues Plastik mit Rissen), wird nie gebraucht werden und ist auch noch leicht und stressfrei zu entsorgen. Dazu kommt, das das [tag]Eichhörnchen[/tag] den Inhalt der Kästen relativ gleichmäßig über die Hälfte des Balkons verteilt hat.

Aber: im Moment der Entscheidung des Wegwerfens sehe ich ein Abgemagertes [tag]Eichhörnchen[/tag] vor mir, das vor meiner [tag]Balkontür[/tag] sitzt und mich anklagend mit großen [tag]Augen[/tag] anschaut, und mir mit seinen zitternden, ausgemergelten Armen zu verstehen gibt, das ich die Notwendigen Vorräte, die es zum Überleben seiner [tag]Familie[/tag] braucht weggeworfen habe, ungeachtet der [tag]Tatsache[/tag], das mir vertrauensvoll deren Bewachung anvertraut wurde. Und mit letzter Kraft werden die dünnen, nurmehr aus Haut und Knochen bestehenden Pfötchen in einem letzten Flehen zu mir gestreckt, während dann das ausgemergelte Eichhörnchen mit einem letzten Quiecken entkräftet nach hinten kippt.

OK,
a) mein [tag]Kopfkino[/tag] schiebt Überstunden und sollte mal wieder geschlossen werden – die eine Hälfte der Säle ist sowieso mit [tag]FSK18[/tag]- Vorstellungen der Blonden [tag]Dresdnerin[/tag], der [tag]Grinsekatze[/tag], der [tag]Gosch[/tag], und diverser Filmstars ausgelastet, die andere Hälfte wird zunehmends [tag]psychotisch[/tag]er als Tom Cruise. Schlimm sowas. Aber das würde jetzt zu weit führen.
b) ich lasse die Kästen stehen und lege noch ein paar Cashews dazu.
c) fällt jemanden eine [tag]Lösung[/tag] meines [tag]Dilemma[/tag]s ein?

Coconut Skins

Die Neue Damien Rice – Scheibe ist draußen!
Hatte ich schon vorbestellt, und wie sie mir ins Haus flatterte, habe ich mich sofort aufs Neue in seine Musik verliebt.
Einer der guten Laune-Songs:

Coconut skins, mit der wunderbaren Lisa Hannigan.

Die Presse und das Pressen

Ich stelle gerade fest, das viele meiner Kommilitonen Luschen sind. Es wird bei fast allem im Sinne der Person geurteilt , und nicht im Sinne der Presse. Das finde ich schon mal komisch, das in der Zeit, die eigentlich Sturm und drang sein sollte, nur mau und mäh praktiziert wird – die junge Presse fürchtet sich vor theoretischen und abstrakten Repressalien.

Ich vermute, ein „J’accuse…“ wird hier nicht kommen.

Papperlapapp, die gehen eh alle in die PR!

Elektromotor

Frage einer Studentin in der Vorlesung:
„Herr Professor, warum brummt denn ein Elektromotor ?“
Antwort:“ Liebes Fräulein, wenn Sie fünfzig Perioden pro Sekunde hätten, würden Sie auch brummen.“

Neues Aus Dresden



2006_11_03_paula_neu_353

Und weil meine kleine blonde Dresdnerin versprochen hat, heute in die Mailbox zu kucken, und ich unerwartet frei habe, weil der Video-kurs krankheits-bedingt ausfällt (Ein Dozent ohne Stimme mag in einer Pantomimenschule nicht auffallen, aber in einem Jahrgang von Schwätzern wie wir das nun mal sind? Eben) kann ich mich mal wieder um die Bilder kümmern.

Das ist auch Dringend nötig, weil es mittlerweile einige sind, die ich gerne zeigen will und wo ich mir ein Feedback erhoffe. Und hier eben ein erstes, und vielleicht schaffe ich es heute, mit diesen fertig zu werden und zum Material der nächsten Session zu gehen – die geschätzte Kommilitonin wird zwar immer geschätzter (sie ist echt ne tolle Person) aber die Bilder habe ich halt alle noch im Kopf, und da ist es schlecht in die Bearbeitung zu gehen….

Ach ja, und sendet alle einen guten Gedanken Richtung Groß-Umstadt!