Links und Lisa

UNd weil mir heute der Schädel noch etwas schwimmt (gestern abned – das BEcks, die Leute, auaua. Und mehr wollen wir darüber nciht sagen, ausser das man mich heute in das Büro der Höherstehenden zitiert hat. War nur ein >gespräch und kein Anschiss, aber die sprechen hier anders miteinander als zuhause.) nur ein paar Links und so…

Oktober 13th bis Oktober 14th

http://youtube.com/v/WG7bCfTJw5M
Nur so. Weils schön ist.

Weekend Edition

Ich wusste immer, das tief in mir ein sowohl ein Kritiker als auch ein guter Samariter als auch ein Soziologe stecken. Das erklärt auch den Umfang der Leibesmitte. Und alle Drei haben heute Auslauf bekommen.

Der Soziologe:

In wieweit muss eine Gesellschaft ihr Selbstbild überdenken wen an unwichtigen Tag in kommerzialisierten Region (e.a. „Samstags in der Fußgängerzone“) Passanten öfter von Handyverkäufern als von Bettlern angesprochen werden? Sind Handy-Händler die Bettler der Zukunft? Und Handyanbieter die Raubritter und Bettlerkönige? Wir müssen mindestens 4 Forschungsgruppen auf das Phänomen ansetzten!

Der Kritiker:

Wo geht die Kultur hin? Ernsthaft, wandert der Geschmack und das Erbe der Generationen aus? In den Tempel der Pop-kultur, wo Tag für Tag das Medienzeitalter zelebriert wird, den Videotheken findet ein geschmacksoffener therapeiresitenter nur Filme, die älter als zehn Jahre sind? Der Hergang: In der im Viertel gewesen. Langweilige Blockbuster in Massen, natürlich. Aber als Sonntag-Morgen-Film war im Ende das Einzige, was mir übrig blieb Monty Pythons „Life of Brian“. Tragisch!
Bemerkung am Rande: Das Pornoregal wird suspekt. Die Ausgebleichten Bilder in drittklassigem druck mit dem ihnen eigene Layout (konfus) unter Flackerndem Neonlicht: Wer findet das ästhetisch oder gar erregend? Bedenkliche Auswüchse des Jetzt im Gegensatz zum Gestern!

Der Samariter:

Vorhin im Supermarkt den Weltschmerz von ein paar Jugendlichen gelindert und gleichzeitig die Vaterfigur ersetzt, verstehen Sie? Ich will ja niemandem was vorschreiben, aber Mensch müssen halt zusammenhalten, gegen den Staat und die Zwänge der Gesellschaft, und wie mich die Jugendlichen dann gefragt haben, musste ich halt an meine eigenen Jugend denken, Sie wissen ja wie das ist. Aber gleichzeitig wollte ich was für sie Tun und haben ihnen gesagt, das Männlichkeitsrituale Whisky, Vodka oder Bier erfordern, und keinen schwulen Likör, oder? Und so aus Väterlicher Pflicht habe ich ihnen dann den Zuckerlikör ausgeredet und vier Sixpacks Bier eingeredet, die sie selbst noch gar nicht kaufen dürften, und so hoffe ich, das ich der Menschheit etwas gutes tun konnte, wenn man denn im Ruhrpott Gehirnzellen vernichtet (die paar die übrig geblieben sind), kommt das ja allen zugute, und das habe ich gemeint wie ich vorhin gesagt habe, das Menschen zusammenhalten müssen.

Und jetzt werden die drei wieder weggepackt. Falls sich jetzt jemand was denkt: Ich bin nicht schizophren! Uns geht es jetzt schon viel besser!

cartoon from www.weblogcartoons.com

Cartoon by Dave Walker. Find more cartoons you can freely re-use on your blog at We Blog Cartoons.

    pixelbreaker : PolarClock : Wie sich ja mittlerweile herumgesprochen hat, stehe ich auf Uhren als Bildschirmschoner. Hier ist noch ein lässiger! Sieht auf den ersten Blick unverständlich aus, aber nach ner halben Stunde merkt man nicht mal mehr einen Unterschied zu „normalen“ Uhren.
    Synfig : Werde ich nächste Woche mal testen – eine Open-Source-Alternative für Flash. Hmmmm….

Am Rande.

„Wollen sie Weiß- oder Rotwein zum Essen?“
„Mir egal. Ich bin farbenblind.“

Pia_session_2_2007_03_22_411

Journalismus 1.0

Schaut euch mal diese beiden Links an:

    DOCMA: Workshop: Motive vom Hintergrund trennen :

    Seht ihr die Gemeinsamkeit?
    Falls nein, kuckt euch hier meine erste Investigative Top-News an!
    Die Story dazu; Ich kuck dieser Tage im Netz rum und finde einen Beitrag in einem Französischen Blog, nämlich den hier: Video. >schnell war herausgefunden, das im deutschsprachigen Raum noch niemand darüber geschrieben hat. Die Entwicklung von Adobe – für die es weder Pressemeldung noch sonst was gibt – hat nach einer kurzen Vorstellung und dem Vorstellen des Videos (Der Technikredakteur mit den Großen Kopfhörern ist ein anderes Thema) die restlichen Leute begeistert. schnell stand fest: Das kommt ins Heft! Eine Seite, Nachricht, und online dazu!
    Christina_2007_07_16_212 Das lässige daran: Wir sind das erste Blatt, das dazu eine wirkliche Nachricht hat – alle anderen, wie photoscala, nachbelichtet oder wer auch noch kommen mag, ist mit der Nase darauf gestossen worden, weil wir uns aus Kollegialität gesagt haben: In der Szene nen Alleingang zu machen wäre arschig. Also: Mail rumgeschickt. Auch wenn manche das irgendwie nicht so gut aufgenommen haben:

    Wer „alles“ zu diesem Thema wissen möchte, der kann sich auch bei den Fachleuten von Photographie online zunächst einmal begeistern lassen – und soll dann in Ausgabe 12/2007 alles über die „Wunderlinse“ erfahren: Vergessen Sie alles, was Sie über Objektive gelernt haben. Wir bleiben indessen unbeirrt bei allem, was wir über Objektive gelernt haben, denn das behält natürlich nach wie vor seine volle Gültigkeit – sie bilden auch in Zukunft ab wie eh und je; zuverlässig und berechenbar (wenn auch nicht immer in der gewünschten Güte).

    Experimentierfreudige kaufen sich unterdessen für wenig Geld zwei, drei Lomo-Kameras, montieren die Kameras leicht versetzt, digitalisieren die Ergebnisse, und spielen damit ein wenig in einem Bildbearbeitungsprogramm.

    Wenn er mir zeigt, wie er das machen will, fress‘ ich nen Besen, weil das geht bestenfalls mit einem Stanfordschen Multi-Camera-Array – und wer will sowas rumschleppen? Zugegeben, geiles Teil, Technisch arbeitet es ähnlich, aber ich vermute da gefrustete Eifersucht, weil da jemand zu langsam war. Aber ich will nix unterstellen. Würde halt nur nicht versuchen, mit 3 Lomos Bilder zu scannen, zu digitalisieren und dann versuchen, die im Photoshop zusammenzusetzen.
    Naja, was soll’s: Ich fand es ein tolles Gefühl, eine eigenständige Nachricht zu finden, in der Redaktion zu verkaufen und dann rauszuposaunen. Ein absolutes Hochgefühl, das mich zum einen in meinem Berufswunsch bestätigt und zum anderen zeigt, das der Journalismus mehr ist als ein Filter für Pressetexte, was leider oft zutrifft. Dazu heute noch ein Buch in einer Rezension verrissen (das auch wirklich schlecht war). Irgendwie habe ich den Wunsch, morgen mit einem Farbeimer an das Rathaus zu gehen und zu Pinseln

    J’accuse…

    (Erklärung aus der WIkipedia)

    steffi
    Ach ja, noch ein Praktischer Link:

      Googlepedia deutsch : Eine Sinnvolle Erweiterung für den, der immer auf Wikipedia UND auf Google nachschaut. Wikipediaergebnisse werden automatisch bei Google mit angezeigt. Sinnvoll! Sinnvoll! Sinnvoll! Sinnvoll!

Walking by Myself II

Heute aus der Arbeit gekommen. Mit der Tram nach Essen-Katernbetg gefahren. Richtung Zimmer gelaufen. Es ist 6.00 Uhr Abends, ganz leichter Nebel, Tote Blätter liegen auf der Straße, die Luft ist feucht, kalt und riecht nach Katzenurin. Ich laufe in schleppendem Spazierschritt erschöpft auf der linken Straßenseite. 2 Personen kommen mir entgegen. Beide auf Fahrrädern – Rennräder älteren Baujahrs. Sie ist ungefähr 16 Jahre, lange braune Jahre, die Art von Mädchen, die man vergisst, wenn man sie nicht direkt ankuckt, und die danach nicht lange im Gedächtnis bleibt. Er, ein bisschen über 20, kahl rasierter Kopf, Trainingsanzug, einige Akne-narben im Gesicht.
Er erzählt ihr in voller Lautstärke, dass „Mal wieder Zeit ist, jemanden zu verprügeln.“ und „Das er so wild ist.“ Ich bin ungefähr zehn Meter vor den Beiden, und schaue ihn in meinem Tran desorientiert an – einfach auf das Geräusch reagiert. Und er joval zu mir: „Aber dich nicht – wir wohnen doch in der selben Straße.“

Ich fürchte, er meinte das ernst.
Der Ruhrpott wird durch solche Leute nicht sympathischer.

Oktober 7th bis Oktober 9th

      9031: Free Downloads : Drei nette Bildschirmschoner. Insbesondere der Lego-Bildschirmschoner spricht das Kind in mir an. Die schönen Zeiten, in denen man Burgen und Verliese, Folterkeller und Feuergruben bastelt hat. Streckbetten und Menschen-quetschen. Ach, die unschuldige Kindheit!

Schicht im Schacht.

Aus der Wikipedia: Die Zeche Zollverein ist ein 1986 stillgelegtes Steinkohlen-Bergwerk im Essener Norden. Seit Dezember 2001 gehören die Zeche und die benachbarte Kokerei Zollverein zum Weltkulturerbe der UNESCO (Zeche und Kokerei Zollverein). Zollverein ist mittlerweile ein Prestigeobjekt des Ruhrgebiets. Seit der Verleihung des Titels „Weltkulturerbe“ ist Zollverein internationaler Begegnungspunkt sowohl für große Kulturprojekte wie die internationale Weltmusikmesse „WOMEX“ oder die „Extraschicht“ – Die Nacht der Industriekultur im Ruhrgebiet als auch für Konzerte im kleineren Rahmen. Durch die zahlreichen Bauprojekte auf und um Zollverein soll in den nächsten Jahren ein breites kulturelles Angebot für jede Interessenslage geschaffen werden. Im Jahre 2010, wenn Essen Kulturhauptstadt Europas ist, wird Zollverein der zentrale Punkt für das gesamte Ruhrgebiet sein.

Zeche Zollverein - 2007-10 (57)
Zeche Zollverein - 2007-10 (78)
Zeche Zollverein - 2007-10 (86)
Zeche Zollverein - 2007-10 (68)
Zeche Zollverein - 2007-10 (49)
Zeche Zollverein - 2007-10 (47)
Zeche Zollverein - 2007-10 (39)
Zeche Zollverein - 2007-10 (29)
Zeche Zollverein - 2007-10 (21)

Walking by Myself

Sooo, der erste Essener Photowalk ist abgeschlossen, und es waren laut Google Maps 4.42 Meilen. Nicht, weil die Zeche Zollverein so weit weg ist – mein Orientierungssinn ist nicht der beste. Ich war felsenfest der Überzeugung, das ich auf der Richtigen Straße bin. Als ich dann das Essener Ortsschild gesehen habe, sind mir zweifel gekommen. Zum Beweis:

Zeche Zollverein - 2007-10 (12)

Und das war meine Route.

ScreenShot001

Wenn ich das nächste mal rausgehe, soll mich bitte jemand an der Hand nehmen. Sind aber, glaube ich zumindest VOR der Sichtung, ein paar recht Gute Bilder rausgekommen. Gebäude sind ja dankbare Motive: Zwinkern nicht, gehen nicht weg, müssen nicht aufs Klo. Aber auf dem Gelände riecht’s nach Hundescheiße.

Meine Freunde, die Schafe.

Mit Bravado in den ersten Laden gestürmt, das Haar wehte im Winde und mit Schwung auf den Drehstuhl gehüpft. Freundlich in den Raum gegrinst und das Publikum betrachtet.
Zwei junge Eltern, die ihrem Sohn eine Streifenfrisur scheren lassen. Komisch – ich wollte das als Kind auch. Die Entsetzensschreie meiner Mutter lassen sich heute noch aus den Sturmschneisen im Wald schließen. Aber aus der Menge an Haar-Bildern schließe ich – und hier wäre Sherlock Holmes stolz auf mich -, dass ich in einem Friseurladen bin. Ein junger Mann bittet mich mit freundlichem, aber wortkargen Lächeln, auf dem Stuhl platz zu nehmen, und legt mir ebenso wortlos die übliche Kutte um. Wie er den Stuhl Richtung Spiegel ausrichtet, fragt er etwas, was ich nur aufgrund des Tonfalls als Frage erkenne. Meinen fragenden Blick wiederum nimmt er zum Anlass, mich in sehr gebrochenem Deutsch zu fragen, wie er denn die Haare schneiden soll. Ja, ich war bei einem türkischen Friseur, und die Sprachbarriere ist bei den Feinheiten der Coiffeurkunst besonders hoch. Was mittels dem von drei Wänden abgeprallten Echo jenseits der Barriere ankam, war meiner Einschätzung nach: „Kürzer“.
Erinnerungen an Duisburger Pizzabuden köcheln in mir hoch (hier im Pott immer noch ein Riesenthema …), als der Friseur gekonnt zwischen Schere Nummer eins und Schere Nummer Zwei wechselt, die sich nach meinem Ermessen durch nichts unterscheiden. Nach einer Weile, in der ich mich nicht traue, in den Spiegel zu kucken, hört das Schnippen auf, und ich presse ein deutliches „Passt scho so!“ hervor, und verlasse nach dem Bezahlen den Laden unter Vermeidung des Blicks in die Spiegel. Nach dem Besuch kann ich mich jetzt voll und ganz mit meinen Freunden, den australischen Schafen verbrüdern: Danach ist es kühler, aber währenddessen ist es alles andere als angenehm.

So, und jetzt gehe ich die Zeche Zollverein im Nebel fotografieren.

Morgendiskussion

Mac vs. PC ?
Fußball vs. Eishockey?
Alles halb so schlimm im Gegensatz zur Diskussion : Online versus Print. Ist natürlich auch schwer, da zu diskutieren, weil die ganzen Print-Leute ja schon etwas älter und behäbiger sind und halt meistens in der Nahrungskette weiter oben sitzen. Da ist die Diskussion mit einem autoritären „das ist halt so, und die Statistiken interessieren mich nicht“ auch mal beendet. Von der Techno-philie oder -phobie ganz zu schweigen.
Aber auf was ich raus will: In der Diskussion über das Internet den Spruch zu bringen: Da kann man halt ohne Probleme mit China (Ausgesprochen: Kina) sprechen. Und kurz darauf wird einem klar: Hey, ich habe gestern mit Klarkjeff in China gesprochen. Hm, Kindermund tut Wahrheit kund.

Weiter im Tagesablauf.

Killerspiele, Katzenkontrollen und Kältefronten

Kältefronten sind ja bekanntlich der Feind des Frühlingsgefühls und Freund und Vorbote der Winterdepression – was ich heute mitbekommen habe. Also, keine Frühlingsgefühle in dem Sinne, aber es war überraschend warm in der Straßenbahn. Die Winterdepression hat mir die Aktion „Glanzlichter 2008“, ein internationaler Naturfoto-Wettbewerb beschert. Da war ein bisschen viel Tohuwabohu um mich rum, und irgendwie war die Nachricht scheiße. Da hatte die Volonteuse viel mit dem Rotstift zu fuhrwerken, bis es auch nur ansatzweise verständlich war. Sorry nochmal, Alex. Darfst dem Bayern halt kein Bier versprechen 🙂

Aber wenigsten wurde das neue Zimmer (aus dem Ich mittlerweile und für die kommenden 10 Wochen) schreibe schon von drei der vier das Haus bewohnenden Katzen kontrolliert und meine Habseligkeiten als weder Interessenskategorie a, b noch c eingeteilt.

Zur Erklärung:
a) Essbares
b) Alles, mit dem man sich paaren kann;
c) alles, auf dem man schlafen und / oder das man zerfetzen kann

Aber zum einen mag ich es, Katzen um mich herumzuhaben (Jaaa, auch Grinsekatzen 😉 ), und zum anderen sind es gepflegte, wohlerzogene Katzen und da macht es dann schon Spaß, zeitweise ein Haustier zu haben. Zumal man sich um nix kümmern muss und wenn es einem beliebt ein schnurrendes Pelzknäuel auf den Füßen hat. Ich bringe bald Bilder, weil Zeitlupenbaer.de bis jetzt viel war, aber noch kein Katzenblog.

    Foto goes Art : Ja, einer meiner Vorgesetzten bloggt jetzt auch. Er nennts zwar nicht Blog, aber was solls. Es ist ein waschechter 100%iger WordPress-Blog. Das heißt, in nur 2 Monaten haben die zwei Redakteure, die mich immer wegen dem Bloggen veräppeln, selber Blogs.

Und da ich jetzt wieder mit Flatrate im Netz unterwegs bin, kann man auch im Laufe der Woche mal wieder mit dem lügenden Bayern zocken und so den verehrten neuen Chefschwätzer, äh, Unions-Ober-Muezzin Becks (*Hicks*) äh, Beckstein begrüßen. Genau, ein gepflegtes Killerspiel. Wo er doch selbsternannter Pädagoge und Menschenfreund mit abgeschlossenem Informatikstudium ist (sonst würde er sich doch aus dem Thema raushalten, wenn er sich nicht auskennt. Oder? Moment hatte er nicht Jura studiert? Und seine Doktorarbeit über Gewissenstäter geschrieben? Ich meine ja nur, das qualifiziert ihn ja eher zum Aufräumen auf Bundesebene und zum qualifizierten Dialog über die Gewissenslosigkeit. Seltsam – dieser Dialog scheint verstummt zu sein. Brauchen wir ja auch nicht, gell?) Denn das die Zeit der Diktatoren vorbei ist hoffen wir schon lange, aber es gibt Erste (wenn auch kleine) Zeichen, das dem bald so sein wird. Ich beziehe mich hier auf das jüngste Urteil zur Speicherung von IP-Adressen. Hier die volle Nachricht Heise und der relevante Auszug:

In einem jetzt veröffentlichten Urteil mit Breitenwirkung vom 27. März hat das Amtsgericht Berlin Mitte dem Bundesjustizministerium untersagt, über seine Webseite personenbezogene Daten über das Ende des jeweiligen Nutzungsvorgangs hinaus zu speichern. Mit den Netzkennungen sahen die Richter „es durch die Zusammenführung der personenbezogenen Daten mithilfe Dritter bereits jetzt ohne großen Aufwand in den meisten Fällen möglich“, Internetznutzer zu identifizieren. Das Amtsgericht stellte sich auch gegen die Ansicht von Betreibern und manchen Datenschützern, dass Sicherheitsgründe eine personenbeziehbare Erfassung des Verhaltens sämtlicher Nutzer – wenn auch nur für kurze Zeit – rechtfertigten. (…)
„Selbst der Deutsche Bundestag protokolliert gegenwärtig das Verhalten der Nutzer seines Internetportals auf Vorrat – unter Verstoß gegen seine eigenen Gesetze“, moniert Breyer. Er forderte zunächst alle öffentlichen Stellen des Bundes und der Länder auf, die „rechtswidrige Vorratsspeicherung“ spätestens bis zum Jahresende abzustellen.
Die Aufbewahrung von Kommunikationsspuren wie IP-Adressen ermöglicht nach Ansicht des Gerichts, das Surf- und Suchverhalten von Internetnutzern detailliert nachzuvollziehen. (…) Das Amtsgericht geht dagegen von einer klaren „Verletzung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung“ aus. Pikant ist, dass die Richter diesen Verstoß just der Behörde einer Regierung attestieren, die unter Federführung von Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) gerade gegen den massiven Protest von Sachverständigen, Verbänden und besorgten Bürgern eine allgemeine, verdachtsunabhängige Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung einführen will. (…) Er beobachte mit Sorge, dass auf Seiten des Staates „zunehmend eine Nützlichkeitslogik an die Stelle der strikten Beachtung und Respektierung von Gesetz und Verfassung tritt“.

Wer das jetzt nicht versteht, soll sich den Finger in die Nase stecken, der wird’s nicht mehr lernen. Und zum Thema: ein persönlicher, offener und relativ wohlgemeinter Kommentar an den Stasichef, äh, Innenminister:

Ach ja, Herr Schäuble: Wenn das stimmt, hat man damit ihrem imaginären Terrormonster, das von der Rechteverwalterindustrie mit übelriechender Luft aufgepumpt wurde, die Luft herausgelassen? Schon Scheiße, wenn man der Marionette die Fäden abzwickt. Aber machen sie sich nichts draus, bald sind Wahlen und sie haben wieder mal nichts vorzuweisen. Hm, auch wenn ich das böse Wort Quotenkrüppel nicht in den Mund nehmen will, waren sie doch einer der wenigen, an den ich wenigstens minimale Hoffnungen geknüpft hatte – vor der Spendenaffäre (oder: dem Unfähigkeitskabinett, oder: dem großen Lügen) hatte ich ja Respekt vor Ihnen, ungeachtet der Parteizugehörigkeit. Nach dem Attentat hatte ich sogar ein bisschen Mitleid. Nicht viel, aber immerhin. Aber was sie seit ihrer Ernennung zum Innenminister abgezogen haben, war einfach nur ihrer Person unwürdig. Wäre es nicht an der Zeit, leise im Hintergrund zu verschwinden?
Nur so ein Vorschlag. Werden sie ja nicht drauf hören, weil ich weder Geld noch Lobby habe, aber vielleicht.